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Microsoft zeigt Händler an

10.06.2008 | 10:15 Uhr |

Microsoft hat einen harten Schlag gegen die Software-Piraterie geführt. Der Software-Riese verklagte in den USA 21 PC-Händler, weil sie illegale Kopien von Windows und Office vertrieben haben. Dabei erwies sich eine von Microsoft eingesetzte Software-Technologie als besonders hilfreich.

Microsoft hat in 14 US-Bundesstaaten in insgesamt 21 Fällen Anzeige gegen PC- und Software-Händler erstattet. Das gab das Unternehmen heute bekannt. Einige der Fälle spürte Microsoft mit seiner Verifizierungstechnologie Windows Genuine Advantage beziehungsweise Office Genuine Advantage auf. Mit dem Genuine Advantage-Programm kann Microsoft auf dem Rechner des Anwenders via Internetverbindung ermitteln, ob die eingesetzte Windows- und/oder Office-Version legal erworben ist. Microsoft startet das Windows Genuine Advantage-Programm im April 2006. Diese Verifizierungstechnologie führte bei ihrer Einführung zu erheblicher Unruhe unter den Anwendern, weil viele User darin ein Bespitzelungs-Tool sahen.

Einigen anderen Piraterie-Fällen kam Microsoft aber auch auf weniger technische Art auf die Spur: Nämlich durch Anrufe bei der Microsoft Anti-Piracy-Hotline. Fast alle der angezeigten Fälle betreffen Windows XP und Office-Versionen für Endkunden. Nur in zwei Fällen handelt es sich um illegale Kopien von Unternehmensversionen. Windows Vista ist von den Raubkopie-Fällen überhaupt nicht betroffen, wie von Microsoft zu erfahren war.

Wiederholungstäter: Unter den angezeigten Firmen und Händlern befinden sich einige, mit denen Microsoft bereits in der Vergangenheit Probleme wegen illegaler Kopien hatte. Diese Streitfälle waren damals aber beigelegt worden. Konkret hat Microsoft in diesen Bundesstaaten Verfahren einleiten lassen: Kalifornien, Georgia, Massachusetts, Ohio, South Carolina, Tennessee, Texas, Virginia, Oregon, Arkansas, Colorado, Florida, Illinois und Washington.

Nach Schätzungen der Business Software Alliance beträgt der Anteil von Raubkopien an allen in den USA eingesetzten Softwareprodukten derzeit 20 Prozent, wodurch der Software-Industrie ein Verlust von rund 8 Milliarden US-Dollar entstehen soll, was zirka 4,88 Milliarden Euro entspricht.

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