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Raubkopien: Britischer Warez-Boss in den USA zu Haftstrafe verurteilt

26.06.2007 | 11:34 Uhr |

Der Brite Hew Raymond Griffiths, früherer Chef der berüchtigten Piraten-Gruppe DrinkOrDie, ist in den USA zu einer Haftstrafe von 51 Monaten verurteilt worden. Australien hatte den Briten im Februar an die USA ausgeliefert.

Der ehemalige Boss der Warez-Gruppe DrinkOrDie (DOD), Hew Raymond Griffiths, ist in den USA zu einer Haftstrafe von 51 Monaten verurteilt worden. Der Richter warf dem 44-jährigen Briten ihn der Urteilsbegründung Konspiration und den Verstoss gegen Urheberrechte vor.

Hew Raymond Griffiths lebte in Australien, wude dort verhaftet und versuchte die letzten drei Jahre zu verhindern, dass er an die USA ausgeliefert wird. Vergebens, im Februar 2007 wurde er schließlich ausgeliefert und musste sich vor einem US-Gericht verantworten. Erst war das erste Mal, dass Australien eine Person wegen Urheberrechtsverletzungen an die USA ausgeliefert hatte.

Das US-Justizministerium bezeichnete den Briten als „berüchtigten Anführer einer Untergrund-Internet-Piraten-Community, die mit urheberrechtlich geschütztem Material hundertausende von US-Dollar gestohlen hat.“

Der US-Staatsanwalt Chuck Rosenberg des Bezirksgerichts in Virgina verwies im Verfahren darauf, dass es keine Rolle spiele, ob man eine Tat mit einer Pistole oder einer Tastatur begeht. „Diebstahl ist Diebstahl“, sagte Rosenberg und warnte alle, die intellektuellen Eigentum stehlen, davor, dass man sie erwischen werde, egal ob sie in den USA leben oder irgendwo sonst auf der Welt.

Die Piraten-Gruppe DrinkOrDie wurde 1993 in Russland gegründet und expandierte während der 90er Jahre weltweit. Die Gruppe hatte sich auf das Anfertigen und Verbreiten von Raubkopien großer Software-Hersteller spezialisiert und versuchte mit dem Einsatz von Verschlüsselungstechnologien zu verhindern, dass man ihr auf die Schliche kam. Im Jahre 2001 wurde die Gruppe schließlich bei einer von Behörden weltweit durchgeführten Aktion mit über 70 Durchsuchungen zerschlagen. Allein in den USA gab es bisher 30 Verurteilungen im Zusammenhang mit dieser Gruppe und in anderen Ländern weitere 11. Insgesamt wird der Piraten-Gruppe vorgeworfen, durch die illegale Vervielfältigung von Software, Musik, Spielen und Filmen einen Schaden in Höhe von 50 Millionen US-Dollar verursacht zu haben.

Noch im Jahre 1999 hatte Griffiths in einem Interview damit geprahlt, wie erfolgreich seine Gruppe DrinkOrDie sei und gesagt, dass die Gruppe die Kontrolle über mehr als 20 der wichtigsten Warez-Server ausübe. In diesem Interview sagte er auch, dass man ihn nie schnappen werde.

Acht Jahre später muss Griffiths nun seine Haftstrafe in den USA antreten. Wahrscheinlich kommt er aber nach 15 Monaten wieder auf freiem Fuss, da seine Haftzeit in Australien angerechnet wird. Die Höchststrafe blieb Griffiths immerhin erspart: Ihm drohten im Vorfeld eine Haftstrafe von bis zu 10 Jahren und eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 500.000 US-Dollar.

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