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Ransomware-Bande in Spanien verhaftet

14.02.2013 | 15:41 Uhr |

Die spanische Polizei hat in Zusammenarbeit mit Europol und Interpol eine Gruppe Online-Krimineller aus Osteuropa zerschlagen und verhaftet, die mit erpresserischer Malware mehr als eine Million Euro pro Jahr ergaunert haben soll.

Erpresser-Schädlinge, so genannte Ransomware, machen einen erheblichen Teil der aktuell per Mail verbreiteten Malware aus. Sie stecken etwa als Anhänge in Mails mit vorgeblichen Rechnungen und Mahnungen, die seit geraumer Zeit in deutschen Mail-Boxen landen. In Spanien hat die dortige Polizei nun eine osteuropäische Bande festgenommen, die mit derartigen Schädlingen reichlich Kasse gemacht haben soll.

Die unter dem Namen "Operation Ransom" angestellten Ermittlungen wurden von Europol und deren European Cybercrime Centre (EC 3 ) koordiniert sowie mit Interpol abgestimmt. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist bereits vor einigen Wochen der Programmierer der Malware verhaftet worden. Der 27 Jahre alte Russe soll auch für die Verbreitung seiner Machwerke gesorgt haben und wartet nun in Dubai auf seine Auslieferung nach Spanien.

Die spanische Polizei hat zehn weitere Verdächtige festgenommen: sechs Russen, zwei Ukrainer und zwei Georgier. In der Region um Malaga sind sechs Läden durchsucht worden. Dabei haben die Ermittler die IT-Ausrüstung der Bande beschlagnahmt und etwa 200 Kreditkarten sichergestellt, mit denen die Täter an das ergaunerte Geld gelangt sind - noch kurz vor dem Zugriff der Polizei 26.000 Euro in Bar.

Die erpressten Summen werden zwecks Geldwäsche über mehrere Stationen schließlich per Bargeldtransfer nach Russland geschickt. Die Ermittlungsbehörden gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass sie mit dieser Aktion das größte bislang aufgedeckte Netzwerk solcher Online-Kriminellen zerschlagen haben, die auf so genannte Polizei-Trojaner spezialisiert sind. Die Täter sollen über eine Million Euro pro Jahr ergaunert haben.

Hierzulande sind derartige Schädlinge als "BKA-Trojaner" oder "GVU-Trojaner" bekannt . Ist der Rechner infiziert, zeigen sie ein Popup an, in dem zum Beispiel behauptet wird, mit dem PC sei Kinderpornografie verbreitet und Spam verschickt worden. Sie blockieren den PC, verschlüsseln teilweise auch Dateien und verlangen für die Freigabe des Rechners meist 100 Euro Lösegeld. Das Geld ist per Ukash-Karte oder Paysafecard zu zahlen. Doch wer darauf herein fällt und zahlt, erhält keineswegs den versprochenen Freischalt-Code für seinen Rechner.

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