23.07.2010, 11:01

Hans-Christian Dirscherl

Ralph Haupter

Microsoft-Chef stichelt gegen Oracle und Lotus Notes

Microsoft Deutschland zeigt sich mit dem aktuellen Geschäftsverlauf sehr zufrieden. Besonders Windows 7 und Cloud Computing tragen demnach zum Geschäftserfolg bei.
Ralph Haupter, der neue Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, betont in seinem Kommentar zur Geschäftsentwicklung 2010: "Microsoft Deutschland blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück. Die Konjunktur hat sich spürbar erholt und die IT-Ausgaben steigen. Beflügelt durch Windows 7 wächst auch der PC Markt wieder zweistellig. Aufgrund der starken Nachfrage nach Windows 7 bei Privatanwendern und kleinen und mittelständischen Unternehmen hat sich unser neues Betriebssystem in Deutschland sehr gut verkauft.“
Für das zweite Halbjahr rechnet Haupter mit einer weiter steigenden Nachfrage bei Unternehmen nach Windows 7. Deutschland sei zudem einer der Märkte, in denen die Microsoft Cloud Services mit über 1500 Unternehmenskunden am schnellsten etablieren konnten.
Einen Seitenhieb auf den Erzrivalen Oracle konnte sich Haupter nicht verkneifen: „Microsoft wächst in Deutschland auf Kosten des Wettbewerbs, insbesondere im Servergeschäft. Wir haben Oracle im Bereich Datenbanken überholt und sind im Bereich Virtualisierung zweistellig gewachsen.“
Aber nicht nur Oracle bekommt sein Fett weg, auch Lotus Notes, das mit dem Microsoft-Produkten Exchange und Outlook konkurriert, wird von Haupter süffisant erwähnt: „Wir konnten zahlreiche Lotus Notes Kunden zum Wechsel auf Exchange überzeugen.“ Damit setzt Microsoft seine Sticheleien gegen Lotus Notes von IBM fort; bereits im Januar 2010 meldete Microsoft zufrieden, dass „in den letzten drei Jahren 1,1 Millionen Nutzer von Lotus Notes zu Outlook“ gewechselt seien. Die Benutzerfreundlichkeit von IBMs Lotus Notes steht schon länger in der Kritik.
Auf einem wichtigen Gebiet kann Microsoft dagegen in der Vergangenheit keine Erfolge melden: Bei den Betriebssystem für Smartphones. Windows Mobile 6.5.x verbreitet hier neben den Hype-Systemen Apple iOS und Google Android den Charme und das Temperament eines 20 Jahre alten Golf Diesel. Nicht umsonst versuchen Smartphone-Hersteller wie HTC die Bedienbarkeit des OS-Veteranen zu verbessern, indem sie ihre eigene Oberfläche wie beispielsweise Sense über Windows Mobile stülpen. Das klappt mitunter gar nicht einmal so schlecht, wie unser Test des Windows-Mobile-6.5.3-Smartphones HTC HD Mini zeigt. Fairerweise muss man aber betonen, dass Windows Mobile unter dem speziellen Gesichtspunkt „Einsatz in Unternehmen“ immer noch eines der besten Smartphone-Betriebssysteme ist, insbesondere bei den Sicherheits-Features.
Umso mehr setzt Microsoft alle Hoffnungen auf Windows Phone 7, wie auch Haupter betont. Daneben will sich Microsoft als Anbieter von Cloud-Services besonders profilieren – und tritt damit noch stärker in Konkurrenz zu Platzhirsch Google. Haupter: „Wir sehen Microsoft bereits jetzt als einen den führenden Anbieter und werden unseren Vorsprung im neuen Jahr mit unseren neuen Plattform- und Services-Angeboten weiter ausbauen."
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