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Railgun: US-Marine rüstet Zerstörer mit fürchterlicher Waffe aus

15.02.2016 | 15:29 Uhr |

Mit 7-facher Schallgeschwindigkeit treffen die von einer Railgun abgefeuerten Geschosse ihre Ziele. Ab 2018 fährt ein US-Zerstörer mit so einer Super-Waffe über die Meere.

Als Railgun bezeichnet man eine Waffe, die mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen ein Projektil entlang zweier parallel laufender Schienen massiv beschleunigt. Vereinfacht gesagt ersetzt Strom hier die sonst übliche Treibladung einer Rakete oder eines sonstigen Geschosses.
 
Der große Vorteil solcher Railguns, die genauso wie Laserkanonen zu den Waffen der Zukunft gerechnet werden, sind die hohen Mündungsgeschwindigkeiten, die die Geschosse damit erreichen – bis zu 35 km/s sind damit offensichtlich möglich. Das ist rund 17 Mal mehr als die normale Mündungsgeschwindigkeit einer klassischen Rohrwaffe. Mit einer Railgun erreicht man also eine viel höhere kinetische Energie und damit viel mehr Zerstörungskraft. Bei gleichzeitig deutlich geringeren Betriebskosten.
 
Die USA experimentierten in den 1980er Jahren mit Railguns im Rahmen des SDI-Programms zur Raketenabwehr von US-Präsident Ronald Reagan. Bis heute haben Railguns aber Experimentalstatus, nirgends aus der Welt wird damit tatsächlich gekämpft. Das will die US-Marine aber bald ändern.

Die Marine der Vereinigten Staaten will eine Railgun auf einem Joint High Speed Vessel (JHSV) erproben. JHSV sind ein neuer Typ von Versorgungsschiff und Truppentransporter der US-Marine und des US-Heeres. Diese Schiffe können nicht nur Soldaten und leichte Fahrzeuge zum Einsatzort transportieren, sondern auch Kampfpanzer und Hubschrauber über See bewegen.
 
Von so einem JHSV soll 2016 auch eine Railgun Geschosse abfeuern, die sieben Mal schneller als der Schall unterwegs sind. Mit Mach 7, das sind rund 2382 m/s, fliegt so ein tödliches Projektil seinem Ziel entgegen. Die US-Marine arbeitet hierzu mit General Atomics und BAE Systems zusammen.

Die zerstörerische Wirkung eines von einer Railgun abgefeuerten Projektils.
Vergrößern Die zerstörerische Wirkung eines von einer Railgun abgefeuerten Projektils.

Doch die US-Marine plant bereits weiter und will eine solche Railgun auf einem Tarnkappen-Zerstörer der Zumwalt-Klasse für den operativen Einsatz installieren, wie US-Medien berichten. Und zwar auf der USS Lyndon B. Johnson, wie Defense News konkretisiert. Ihre Gasturbinen können mehr Strom erzeugen, der für die Railgun dringend erforderlich ist. 78 Megawatt sind die Gesamtleistung des Antriebs dieses modernen Zerstörers. Zudem passt eine so zerstörerische Waffe wie eine Railgun besser zu einem Kampfschiff als zu einem Versorgungs- und Transportschiff.
 
Wegen der hohen kinetischen Energie eines von einer Railgun abgefeuerten Geschosses muss dieses keine Sprengladung mehr tragen, um seine Zerstörungskraft entfalten zu können. Die Railgun soll auf der USS Lyndon B. Johnson eine ursprünglich vorgesehene 155mm-Kanone ersetzen, die Raketengeschosse abfeuert. Die Indienststellung des Zerstörers ist für 2018 geplant.

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