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Krise treibt Ex-Personal zum Datenklau

30.01.2009 | 13:18 Uhr |

Frustrierte Mitarbeiter, die wegen der Wirtschaftskrise ihren Job verlieren, bedienen sich besonders oft an sensiblen Daten, geben sie weiter oder vernichten sie.

Während die Wirtschaftskrise weltweit ohnehin bereits zu Verlusten ungeahnten Ausmaßes geführt hat, besteht für die Unternehmen in Datendiebstahl eine rasant wachsende zusätzliche Gefahrenquelle. Besonders ehemalige Mitarbeiter, die aufgrund der Krisenfolgen entlassen wurden, neigen aus Frust zur Rache an ihren Ex-Arbeitgebern, wie etwa der Unmut vieler ehemaliger Angestellter der Pleite-Bank Lehman Brothers gezeigt hat. Dabei vergreifen sie sich gerne am geistigen Eigentum der Unternehmen, was die Zahl der Datendiebstähle in den vergangenen Monaten hochschnellen ließ, berichtet die Welt. Wie eine Analyse der Purdue University im Auftrag der IT-Sicherheitsexperten von McAfee aufzeigt, beträgt der wirtschaftliche Schaden aus Datenklau für Unternehmen weltweit bereits über eine Bio. Dollar. Der Wert der Daten sowie die Gefahren der Spionage würden dabei nach wie vor unterschätzt.

"Die Auswirkungen der Finanzkrise auf Industrie- und Wirtschaftsspionage durch die eigenen Mitarbeiter sind schwer einzuschätzen", meint Heinrich Weiss, Geschäftsführer des Bayerischen Verbands für Sicherheit in der Wirtschaft ( BVSW ). Die Angestellten betroffener Unternehmen seien in Form von Social Engineering zwar ohnehin die häufigste Ursache für Wirtschaftsschäden durch Datenklau. "Mitarbeiter, die noch im Unternehmen tätig sind, sind angesichts der Arbeitsmarktentwicklung in Zeiten wie diesen jedoch besonders auf Arbeitsplatzerhaltung bedacht und versuchen, ihre Stelle nicht durch Fehlverhalten zu gefährden", so der Experte.

In Form persönlicher Gespräche mit Mitarbeitern, die entlassen werden, kann Weiss zufolge von Unternehmensseite Verständnis für die Maßnahme geschaffen und Gefahren vorgebeugt werden, um den Schutz geistigen Eigentums zu erhöhen. Im Zuge der Wirtschaftskrise wird der Großteil der betroffenen Arbeitsplätze zudem nicht restlos vernichtet, sondern "sozialverträglich abgebaut", was das Verlangen nach Rache am ehemaligen Arbeitgeber minimieren dürfte. Die McAfee-Sicherheitsexperten wittern angesichts der Studie dennoch die Gefahr, "dass in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise im großen Stil überlebenswichtige Geschäftsinformationen verloren gehen". Aus Kostengründen hätten die Unternehmen an notwendigen Schutzmaßnahmen gespart. Darüber hinaus verleite der wirtschaftliche Druck dazu, der eigenständigen Forschung die illegale Beschaffung geistigen Eigentums vorzuziehen. Die größte Gefahr des Datendiebstahls gehe jedoch von den eigenen Mitarbeitern aus, die die persönliche finanzielle Situation oder die Jobaussichten bei Wettbewerbern zu verbessern suchen. (pte/jp)

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