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RIAA verklagt Nutzer von Internet2

13.04.2005 | 15:01 Uhr |

Der US-Musikverband RIAA hat eine Klage gegen 405 Studenten an 18 Universitäten eingereicht, die über das für Forschungszwecke gedachte Internet2 urheberrechtlich geschützte Filme und Songs ausgetauscht haben sollen.

Der US-Musikverband Recording Industry Association of America ( RIAA ) hat am Dienstag eine Klage gegen 405 Studenten aus 18 Universitäten eingereicht. Der Vorwurf: Die Studenten sollen über Internet2 und das Programm "i2hub" mehrere Tausend Musikstücke und Filme miteinander getauscht haben.

Internet2 ist eigentlich dafür gedacht, dass Forscher schneller Daten miteinander austauschen können, als über das herkömmliche Internet. Die Studenten sollen es laut der RIAA dafür benutzt haben, um mittels der Software binnen weniger Sekunden Songs und innerhalb von fünf Minuten ganze Filme über die Leitung rauschen zu lassen.

In besonderem Maße hat die RIAA dabei die verwendete Software im Visier. De Studenten hätten, so der RIAA-Präsident Cary Sherman, geglaubt, dass I2hub die Möglichkeit böte, über eine sichere Zone urheberrechtlich geschützte Dateien zu tauschen. "Wir wollten diese falsche Vorstellung korrigieren. Wenn man im Internet ist, dann gibt es keine echte sichere Zone für Gesetzlosigkeit", so Sherman.

Die Software Ihub wurde an der University of Massachusetts-Amherst entwickelt. Die Entwickler betonen in einer Mitteilung , dass die Software eigentlich nicht für den Austausch von illegalen Dateien konzipiert sei. Sherman räumt ein, dass die Software für legale Zwecke nutzbar ist, schränkt aber ein: "Man sieht nicht viele Kopien der Bibel oder der Arbeiten von Shakespeare, die getauscht werden würden."

Die Namen der Studenten sind der RIAA nicht bekannt. Die Klage wurde daher, wie in solchen Fällen üblich, gegen "John Does" eingereicht. Vor Gericht will der Verband die Herausgabe der IP-Adressen erzwingen, um so an die Namen der Studenten zu gelangen.

Betroffen sind insgesamt 18 US-Universitäten, darunter auch das Massachusetts Institute of Technology (MIT), Harvard University und Princeton University. Mit den neuen Klagen hat die RIAA mittlerweile mehr als 9000 Verfahren gegen Nutzer von Tauschbörsen an Universitäten eingereicht.

RIAA verstärkt Jagd nach Uni-Tauschbörsianern (PC-WELT Online, 28.01.2005)

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