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US-Musikindustrie verklagt Usenet.com

18.10.2007 | 16:16 Uhr |

Nach den Tauschbörsen nimmt die US-Musikindustrie das Usenet unter Beschuss. Die RIAA (Recording Industry Association of America) hat gegen die Firma Usenet.com Klage eingereicht. Das Unternehmen bietet seinen Abonennten gegen Bezahlung Zugriff auf das Usenet und damit auch auf die dort in Nachrichtenforen verbreiteten Inhalte.

Der Vorwurf der RIAA lautet, dass Usenet.com seinen Anwendern die Möglichkeit offeriert, im Usenet urheberrechtlich geschützten Inhalte herunterzuladen oder anzubieten.

Ob die RIAA mit ihrer Klage durchkommt, bleibt abzuwarten. Usenet.com ist eine von unzähligen Firmen, die zwar den Zugriff auf das Usenet bietet, aber selbst keinerlei Einfluss auf die Existenz des Usenets und den dort vorzufinden Inhalten hat. Damit könnte Usenet.com sich auf das Digital Millennium Copyright Act (DMCA) berufen, das Service-Provider schützt. Auf der anderen Seite wird Usenet.com aber vorgeworfen, damit geworben zu haben, dass Abonnenten Zugriff auf MP3-Dateien erhalten. Dementsprechend listet die RIAA in ihrer Klage gleich über 650 Newsgroups auf, in deren Namen der Begriff „MP3“ vorkommt und über die Musikdateien verbreitet wird. Zumindest wäre Usenet.com in der Lage, den Zugriff auf urheberrechtlich geschützte Inhalte zu unterbinden.

Das Usenet ist älter als das Internet und nutzt ein eigenes unabhängiges und dezentrales Netzwerk. Der ursprüngliche Name lautete „Unix User Network“ und entstand im Jahr 1979 als Alternative zu Arpanet, dem Vorläufer des heutigen Internets. Im Usenet finden sich Newsgroups, in denen sich die Anwender über unzählige Themen austauschen. Die meisten Internet-Provider bieten ihren Kunden auch Zugriff auf das Usenet, allerdings in der Regel ohne Zugriff auf Newsgroups, bei denen auch Anhänge („Binaries“) verbreitet werden. In vielen dieser Binaries-Newsgroups werden urheberrechtlich geschützte oder pornographische Inhalte ausgetauscht.

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