02.12.2004, 16:35

Annette Kniffler

RFID-Studie: Im kommenden Jahr geht’s richtig los!

Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Vanson Bourne ist der Europäische Einzelhandel startklar für die Einführung der Funktechnik RFID (Radio Frequency Identification). Durch den Umstieg vom derzeit verbreiteten Barcode auf die Funktechnik erwarten sich vor allem große Handelsunternehmen Einsparungen in Milliardenhöhe.

Der Europäische Einzelhandel ist bereit für RFID (Radio Frequency Identification) – so das Ergebnis einer Studie des unabhängigen Marktforschungsinstituts Vanson Bourne. Man verspricht sich durch den Umstieg vom Barcode-System auf die Funktechnik Einsparungen in Milliardenhöhe, da sich dadurch unter anderem die Logistikabläufe optimieren und effizienter gestalten lassen.
Von den 125 befragten Einzelhandelsunternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien wollen 44 Prozent innerhalb der nächsten sechs Monate die RFID-Technik einführen oder zumindest testen. 21 Prozent der Unternehmen, die bereits RFID nutzen, gaben gegenüber Vanson Bourne an, künftig von ihren Zulieferern den Einsatz von EPC-Standard-konformen Smart Labels zu fordern.
Die Umfrage wurde von Printronix in Auftrag gegeben – RFID-Drucker-Hersteller und daher Nutznießer der RFID-Einführung. Demnach berücksichtigt die Studie lediglich führende Handelsketten, die sich das nötige Equipment leisten können. Kleine Unternehmen haben dagegen in der Regel wenig Interesse an der Funktechnik, da die Investitionskosten zu hoch und ihr Einsparpotenzial zu gering ist.
Angesichts solcher Studien geraten die Verbraucherschützer dennoch unter Druck. Sie kämpfen gegen die unkontrollierte Einführung der RFID-Technik, weil sie die Privatsphäre des Einzelnen dadurch gefährdet sehen. Denn die RFID-Sender sind wegen ihrer weltweit eindeutigen Kennung exakt identifizierbar und lassen sich jederzeit und überall mit einem entsprechenden Gerät auslesen – auch dann noch, wenn das mit RFID ausgezeichnete Produkt bereits aus der Logistikkette verschwunden und im Besitz des Verbrauchers ist. Mehr Informationen dazu und zu den Forderungen der Verbraucherschutzorganisation Foebud finden Sie hier.
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