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RFID, Handy- und Internetdaten, Autobahn-Maut: Der gläserne Mensch kommt

21.11.2006 | 15:31 Uhr |

Ob RFID, Handydaten, Autobahn-Maut oder Spuren, die man im Internet hinterlässt: Der gläserne Mensch ist auf dem besten Weg, Wirklichkeit zu werden. Und Big Brother scharrt mit den Hufen.

Im Kampf gegen Verbrecher und vor allem gegen den internationalen Terrorismus wecken neue Technologien die Begehrlichkeit staatlicher Stellen, von der auch unbescholtene Bürger betroffen sind.

Nehmen wir Toll Collect als Beispiel: Mit den Kontrollstationen der Autobahn-Maut lassen sich die Fahrtstrecken von LKWs und - sollte einmal die generelle Autobahn-Maut für alle Fahrzeuge kommen - auch von Privatpersonen rekonstruieren. Bisher darf Toll Collect diese Daten zwar nicht einfach so an die Polizei weiter geben. Doch der Gesetzgeber könnte das ändern.

Die RFID-Technologie ist ebenfalls so eine Sache. Natürlich lassen sich damit einige Abläufe des täglichen Lebens einfacher gestalten, beispielsweise das Bezahlen an der Supermarktkasse. Doch RFID bietet auch noch andere Nutzungsmöglichkeiten: Unternehmen können genaue Kundenprofile erstellen und diese für gezielte Werbung einsetzen. Polizeibehörden wiederum können damit die Kundenbewegungen verfolgen, wie die Financial Times Deutschland berichtet.

Die gespeicherten Verbindungsdaten aus dem Bereich der Handy- und Festnetz-Telefonie sind ein weiterer Schatz, den es für Polizei, Geheimdienste und Staatsanwaltschaften zu heben gilt. Die einzige Einschränkung, die dem ungehinderten Zugriff auf diese vertraulichen Daten derzeit Schranken setzt, ist die erforderliche richterliche Genehmigung, wovon der Betroffene allerdings nichts erfährt.

Wer telefoniert und sich im Internet tummelt, hinterlässt überall Spuren. Und die Provider sammeln Daten über ihn. Laut einer neuen EU-Richtlinie müssen Provider spätestens ab September 2007 alle Verbindungsdaten aus Festnetz, Mobilfunk und Internet für einen gewissen Zeitraum archivieren, in Deutschland wird die Vorhaltezeit nach derzeitigen Überlegungen vermutlich sechs Monate betragen. Bisher speichern die Provider deutlich weniger Daten und löschen diese teilweise sogar auf ausdrücklichen Kundenwunsch. Damit ist ab Herbst nächsten Jahres dann aber Schluss.

Wo der RFID-Einsatz sinnvoll ist - und wo nicht

US-Amerikaner fürchten um ihre Privatsphäre (PC-WELT Online, 17.10.2006)

Schnürsenkel mit Funkchip (PC-WELT Online, 10.10.2006)

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