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Quo vadis Swisscom?

04.04.2006 | 16:40 Uhr |

Der Schweizer TK-Konzern Swisscom weiß zur Zeit nicht, in welche Richtung er sich entwickeln soll. Der heimische Markt gilt zwar als relativ sicher, jedoch ist der Schweizer Markt zu klein, um mit dessen Hilfe ein großer Player in Europa zu werden. Sich bloß auf die Schweiz zu konzentrieren bietet allerdings kein Wachstumspotential, sodass Swisscom früher oder später geschluckt werden könnte.



Mit diesen Perspektiven sitzt der Konzern zwischen Baum und Borke. Entsprechend konzeptlos agiert das jetzige Swisscom-Management. Statt zu investieren, trennt sich der Konzern lieber von seinen Beteiligungen und häuft jede Menge Geld an. Die Strategie dabei bleibt unklar.


Mit dem Verkauf seiner Minderheitsbeteiligung an der tschechischen Cesky Telecom nimmt Swisscom wieder eine halbe Milliarde Schweizer Franken (329 Mio. Euro) ein. Damit füllt sich die ohnehin schon volle Kriegskasse der Schweizer noch mehr. Da auch Debitel offiziell zum Verkauf steht, müssen sich die Manager langsam entscheiden, was sie mit der Masse an Geld anstellen wollen.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder zahlt Swisscom in den nächsten Jahren fürstliche Dividenden, was den Konzern aber in einigen Jahren isolieren würde oder man beginnt eine große Einkaufstour und versucht zum Big Player zu wachsen, was jedoch mit viel Risiko verbunden ist.

Eine Lösung zeichnet sich wohl erst ab, wenn die Swisscom komplett privatisiert wird. Solange der Schweizer Staat die extrem hohen Dividenden der Swisscom fest in seinem Haushalt einplant, solange wird das Swisscom-Management den übervorsichtigen Kurs beibehalten und dem Konzern langfristig jede Chance auf Fortbestehen nehmen.

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