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Queen: Pfiffige Idee gegen Musikpiraterie

05.11.2004 | 15:33 Uhr |

Einen neuen Weg, um den Vertrieb von illegalen Live-Mitschnitten einzudämmen, hat die Rockgruppe Queen gefunden. Sie verkauft die Bootlegs kurzerhand selbst.

Wie man vorbildlich Musik über das Internet verkauft, zeigt ab sofort die Rockgruppe Queen. Die nämlich vertreibt auf Ihrer Website Bootlegs, also seltene Live-Aufnahmen von eigenen Konzerten. Die wurden seinerzeit heimlich von Fans mitgeschnitten und erzielen aufgrund ihrer Seltenheit in Fan-Kreisen oft horrende Preise - ohne dass die Gruppe daran in der Vergangenheit verdient hat.

Das soll nun anders werden. Doch anstatt juristisch gegen den illegalen Vertrieb solcher Raritäten vorzugehen, verkauft man nun selbst auf der eigenen Website die Live-Mitschnitte. Der Preis von 5 Pfund für ein ganzes Album inklusive Cover zum Ausdrucken ist moderat - umgerechnet sind das rund 7,20 Euro. Langfristig wird das wohl den Verkäufern von Bootlegs ihre Geschäftsgrundlage entziehen. Insgesamt 100 Mitschnitte sollen insgesamt angeboten werden - jeden Monat drei neue. Hierzu haben Fans und Mitglieder der Gruppe selbst, die qualitativ und künstlerisch besten Live-Mitschnitte ausgewählt. Das eingenommene Geld kommt übrigens einer Anti-Aids-Stiftung zugute.

Angeboten werden die Dateien im Windows-Media-Audio-Format (WMA) in einer Qualität von 192 Kbps. Dafür, dass es sich um Aufnahmen aus den 70er- und 80er-Jahren handelt, die meist über ein Mikrophon im Zuschauerraum mitgeschnitten wurden, reicht das völlig aus. Etwas restriktiv ist das Digital-Rights-Management (DRM). Anwender erhalten eine Lizenz, um die Aufnahmen auf maximal drei Rechnern abzuspielen, dürfen die Musik aber auf CDs brennen und auf MP3-Player laden. Gezahlt wird per Visa- oder Master-Card. Eine Zahlungsfunktion per Handy gibt es zwar auch, die aber funktioniert nur in Großbritannien.

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