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Quanten gegen Lauscher

21.07.2005 | 15:41 Uhr |

In der Quantenkryptografie werden heimliche Lauscher mit einzelnen Photonen enttarnt.

In einem Artikel des wissenschaftlichen Jounals "Physical Review Letter" zeigen Forscher der Universität von Toronto dass die variierende Intensität der von Lasern erzeugten Photonen zur Abwehr von Lauschangriffen eingesetzt werden kann. Wer die quantenkryptografischen Chiffrierschlüssel ausspähen will, fällt dann zwangsläufig als Störer in der Übertragungsstrecke auf.

Die optische Datenübertragung findet mit einem Laser als Lichtquelle über eine Glasfaserleitung statt. Ein wichtiges Ziel der Quantenkryptografie ist die sichere Übermittlung des Chiffrierschlüssels an den Kommunikationspartner, bevor die verschüsselten Nutzdaten gesendet werden. In der Theorie muss jeder Versuch, die Daten auf dem Weg abzufangen, durch die so erzeugte Störung auffallen.

Professor Hoi-Kwong Lo beschreibt das Problem, dass reale Laserlichtquellen meist mehr als ein Photon erzeugen und ein Lauscher daher unbemerkt eines der Photonen abfangen könnte. Gelingt es ihm, genug Photonen zu erlauschen, könnte er Rückschlüsse auf den Schlüssel ziehen. Die Lösung der kanadischen Forscher besteht in einer gezielten Aussendung von Signalen verschiedener Intensität als Köder für den Lauscher.

Diese Signale werden ausgesandt, bevor die eigentliche Übertragung des geheimen Schlüssels beginnt. Der Lauscher, der nicht wissen kann, wann die Übermittlung der für ihn interessanten Informationen beginnt, verrät sich durch das Abfangen der Köderdaten. Ein Anwender wird nur dann mit der Übertragung des Schlüssels beginnen, wenn er sicher sein kann, dass niemand unbefugt die Daten abfängt.

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