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Qualcomm: Bald dritter Standard für HandyTV?

Der US-amerikanische Mobilfunk-Ausrüster Qualcomm möchte mit seinem TV-Dienst MediaFlo auch in Europa Fuß fassen. Als Einfallstor sollen günstige 3G-Handys dienen, die in Zusammenarbeit mit asiatischen Herstellern auf Basis des Qualcomm-Chipsatzes entwickelt werden. Andere sehen dagegen den Standard DVB-H als TV-Dienst der Zukunft.

Der US-Mobilfunkausrüster Qualcomm will auch im europäischen Markt für Handy-TV tätig werden. Diese Pläne äußert der Vorstandschef Paul Jacobs in einem Interview mit der Financial Times Deutschland . Das Unternehmen rechnet sich gute Chancen im Wettbewerb mit den bereits eingeführten Standards DVB-H und DMB aus. Mehrere europäische Mobilfunkunternehmen seien an der Technik interessiert, wird Jacobs zitiert, Zusammen mit dem britischen Pay-TV-Anbieter BSkyB hatte Qualcomm schon ein Pilotprojekt durchgeführt.

"Handy-TV bedeutet eine große Möglichkeit für uns in Europa", erklärte der Vorstandschef gegenüber der Zeitung. Die breitbandige Datenübertragung im Mobilfunk bietet dem Unternehmen Chancen mit neuen Diensten auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. In den USA ist Qualcomm mit dem TV-Standard MediaFlo bereits erfolgreich. Der zweitgrößte Netzbetreiber Verizon Wireless bietet seit einiger Zeit Handy-Fernsehen auf Basis der Qualcomm-Technik, der Marktführer AT&T will im Laufe des Jahres nachziehen.

Jedoch wird der von Qualcomm entwickelte und in den USA und Teilen von Asien eingesetzte CDMA-Standard in Europa gar nicht angeboten. Hier wird der GSM-Funk genutzt. Seinen Trumpf sieht das Unternehmen im Geschäft mit preiswerten 3G-fähigen Mobiltelefonen, die in Kooperation mit asiatischen Herstellern entwickelt werden. Diese könnten den Netzbetreibern helfen, schneller Kunden für ihre Breitband-Dienste zu gewinnen. Eine Reihe wichtiger Patente an der technischen Basis der Handys der 3G-Generation sind in Besitz des US-Konzerns.

Doch die Amerikaner könnten es schwer haben. In Europa ist DVB-H der dominierende Standard, auch die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding favorisiert dieses Format und droht sogar mit einer Zwangsregelung , falls sich die Mobilfunkanbieter nicht einigen. Jacobs hofft dagegen, dass die europäischen Regulierungsbehörden in diesem Bereich für Wettbewerb sorgen. Er hält es für "eine Art Mythos", dass die Kommission insgesamt auf den Standard setzt.

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