139728

Pymusique: "DVD Jon" legt nach und knackt erneut Itunes

23.03.2005 | 13:28 Uhr |

Pymusique ist in einer neuen Version erschienen und erlaubt laut Angaben der Entwickler wieder das Herunterladen von DRM-freien Songs über den Itunes-Shop von Apple. Bei der ersten Version hatte Apple schnell reagiert und eine Lücke geschlossen, die sich das Tool zu nutze macht. Aber auch die Entwickler von Pymusique reagierten schnell, so dass sich die Angelegenheit zu einem "Katz und Maus"-Spiel entwickelt.

Ein "Katz und Maus"-Spiel entwickelt sich zwischen Apple und einer Gruppe von Entwicklern, die mit Pymusique ein Tool zum Download bereitgestellt haben, mit dem im Itunes-Shop Musik ohne DRM-Schutz herunter geladen werden kann. Dabei wird eine Lücke im DRM-System von Apple ausgenutzt.

Apple hatte erst kurze Zeit nach der Veröffentlichung von "Pymusique" diese Lücke geschlossen und verkündet, dass nur noch mit Itunes 4.7 im Shop eingekauft werden kann. Der Norweger Jon Lech Johansen, der an der Entwicklung von Pymusique beteiligt ist und als "DVD Jon" bekannt geworden ist, hat jetzt allerdings bekannt gegeben, dass mit der neuen Version des Tools wieder DRM-freies Einkaufen bei Itunes möglich ist. Johansen gibt an, dass es ihm gelungen sei, über "reverse engineering" die Itunes-Verschlüsselung zu entschlüsseln.

In einem Blog-Eintrag erklären die drei Entwickler von "Pymusique", wieso sie dieses Tool überhaupt programmiert und veröffentlicht haben.

Demnach sei es ihr Hauptziel gewesen, eine Applikation zu entwickeln, durch die der Itunes-Shop für alle Betriebssysteme erreichbar wird. Also auch für Linux, Beos oder gar Mobiltelefone. Daher sei das Programm zunächst für Linux entwickelt und erst später auf Windows portiert worden. Dadurch, dass die Programmiersprache Python zum Einsatz kam, seien Portierungen auf andere Betriebssysteme und Umgebungen besonders einfach.

Kein Ziel sei es dagegen gewesen, irgendetwas zu knacken. "Wenn Apple den DRM serverseitig durchführen würde, dann würden wir ihn dort lassen", betonen die Entwickler. Hintergrund: Fairplay, der DRM-Schutz bei Itunes-Musik, wird erst nach dem Downloaden der Musik-Datei hinzugefügt. Genau diesen Vorgang führt Pymusique aber nicht durch. Die Erklärung dafür seitens der Entwickler: DRM bei einem Opensource-Projekt zum Einsatz zu bringen, wäre den Zeitaufwand für das Schreiben des Codes nicht wert.

In ihrem Statement betonen die Entwickler außerdem, dass mit Pymusique nach wie vor die Bezahlung der gewünschten Musiktitel notwendig ist.

DRM ist für viele Anwender ein Hauptgrund dafür, warum sie keinen Online-Musikshop nutzen möchten. Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Würden Sie (häufiger) bei einem Onlline-Musikshop einkaufen, wenn die Musik nicht geschützt wäre? Und viel wichtiger: Würden Sie dann die Musik-Dateien wirklich nur für den eigenen Gebrauch verwenden? Diskutieren Sie doch einfach über dieses Thema in unserem Forum zu dieser Nachricht.

Geknackt: Tool liefert Musik vom Itunes-Shop ohne DRM aus (PC-WELT Online, 22.03.2005)

0 Kommentare zu diesem Artikel
139728