161746

Aprilscherz: Microsoft lizensiert Blackberry-Verfahren

01.04.2008 | 13:30 Uhr |

Achtung, Aprilscherz: Microsofts Windows Mobile soll durch das Know-how des Push-Mail-Pioniers und Blackberry-Herstellers RIM schlauer gemacht werden.

Die Millioneninvestition für die Push-Mail-Patente scheinen sich gelohnt zu haben: Der Marktführer in Sachen Mobile E-Mai, der kanadische Hersteller RIM, dürfte diese Position jetzt noch ausbauen, nachdem Microsoft die Blackberry-Technologie der Mail-Zustellung per Push über dedizierte Network Operating Center (NOCs) in Lizenz nimmt. Konkurrent Microsoft hatte in den vergangenen Jahren vergeblich versucht, mit seiner auf ActiveSync-basierenden Eigenentwicklung DirectPush die Kanadier vom Thron zu stoßen.

RIMs Erfolg hat mehrere Gründe: So unterstützen die Kanadier im Gegensatz zu Microsoft nicht nur Exchange, sondern auch die Messaging-Plattformen Notes und Groupwise und sind deshalb auch für Nicht-Microsoft-Shops eine Option. Zudem verursachen die Blackberrys deutlich weniger Datenverkehr, was besonders beim Roaming im Ausland die Kosten senkt. Zudem gilt das Blackberry-Konzept als sicherer, da hier nicht wie bei DirectPush die Unternehmens-Firewall für eingehenden Datenverkehr geöffnet werden muss.

Selbst Gerüchte über mögliche Abhörschnittstellen in den zentralen NOCs, über die der gesamte E-Mail-Verkehr läuft , sowie Pannen in dem für die USA zuständigen NOC konnten RIMs Marktführerschaft bislang nicht gefährden. Gefahr sahen Marktforscher erst heraufziehen, als es Microsoft gelang, mit Apple und seinem iPhone einen weiteren Partner für DirectPush zu gewinnen. Derart in die Zange genommen, so Analysten, sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis RIM seine führende Position verliere.

Dazu wird es jetzt allerdings wohl nicht mehr kommen, wenn Microsoft die Push-Mail-Technologie von RIM in Lizenz nimmt. Während etliche Analysten in diesem Schritt wenig Sinn sehen, versichern die neuen Partner, dass sich für beide Seiten eine Win-Win-Situation ergebe. So hofft Microsoft etwa, dass mit Hilfe der Push-Mail-Technologie von RIM nun auch Unternehmen ohne Exchange einen Einsatz von Windows Mobile Devices in Erwägung ziehen. Bei RIM glaubt man dagegen, über die Windows-Plattform nun endlich die Blackberry-Technik erfolgreich im Windows-Mobile-affinen Consumer-Umfeld etablieren zu können.

Selbst wenn die Kanadier in diesem Segment keine eigenen Geräte verkaufen können, so verdienen sie künftig an jedem Windows Mobile Device über die Lizenzgebühren mit. Über die Höhe der Gebühr machten beide Unternehmen allerdings keine Angaben. Ebenso unklar ist, ob Microsoft künftig ebenfalls NOCs errichten wird. Konkreter sind dagegen schon die Pläne, dass Microsoft einen Blackberry-Konnektor entwickeln wird, so dass der Anwender die Wahl hat zwischen Microsofts Server-Produkten oder dem Blackberry-Enterprise-Server.

Eingefädelt wurde der Deal, der die Branche überraschte, bei einem Gastspiel der Eishockey-Mannschaft von RIM CEO Jim Balsillie in Redmond, bei dem sich die Firmenchefs beider Konzerne trafen. Danach befragt, wie es nun um die Partnerschaft mit Apple bestellt sei, meinte ein Manager am Rande der Pressekonferenz am 1.April nur: "Wir sind froh, dass wir unsere veraltete ActiveSync-Technologie noch gewinnbringend weiter vermarkten konnten." (hi)

0 Kommentare zu diesem Artikel
161746