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Elektronische Schaufenster

03.03.2008 | 14:45 Uhr |

Starre Anzeige- oder Werbetafeln werden zunehmend durch Public Displays ersetzt. Das als "Digital Signage" bezeichnete Thema bietet dem Fachhandel nicht nur neue Absatzchancen, sondern auch ganz andere Möglichkeiten der Kundenansprache am POS.Von Katja Leonhardt/iwc

Spätestens seit der Fußball-WM 2006 ziehen großformatige Displays Menschenmengen an. Nicht nur Hotels, Kaufhäuser und Supermärkte, sondern auch immer mehr Fachhandelsgeschäfte nutzen solche "elektronischen Schaufenster" für die eigene Werbung. Die Vorteile liegen auf der Hand: Im Gegensatz zu starren Plakaten kann die "Digital Signage", zu Deutsch digitale Beschilderung, im Ladengeschäft auch als "Retail Signage" bezeichnet, mit einem Großbildschirm oder im kleineren Umfang auch Projektor ständig aktualisiert werden. So lässt sich etwa in den Abendstunden, wenn erfahrungsgemäß die Kundenschicht wechselt, eine andere Werbung zeigen als um die Mittagszeit. Und Bewegtbilder sprechen nun mal noch mehr Worte als starre.

In der Werbung eingesetzt, können Public Displays den Umsatz deutlich steigern. Die Manfred Gebauer GmbH beispielsweise hat in zwei ihrer Edeka-Märkte in Göppingen zwölf Sony-Plasmabildschirme installiert. "Wir konnten auf diese Weise beispielsweise den Abverkauf von Spargel um 30 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren steigern", erzählt Geschäftsführer Manfred Gebauer.

Nun muss für Grafikkarten und Barebones nicht das Gleiche gelten wie für Spargel, doch das Prinzip ist identisch. So ist es kein Wunder, dass der – wenn auch kleine – Markt stark wächst. Taiwans Market Intelligence Center (MIC) rechnet für 2007 mit dem weltweiten Verkauf von 980.000 solcher großformatigen Displays nach 650.000 im Vorjahr. 2010 sollen es weltweit 3,34 Millionen sein. Die Zahlen betreffen Flachbildschirme mit einer Diagonalen von mindestens 29 Zoll.

Public Displays eröffnen dem IT-Fachhandel gleich zwei Chancen: Der Einsatz dieser Geräte als eigene Werbeplattform bringt mehr Umsätze, und – noch wichtiger – Systemhäuser können durch das Angebot und die Implementierung dieser Produkte völlig neue Zielgruppen erschließen.

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