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Miese Auflösung bei guten Filmen egal

14.08.2010 | 14:36 Uhr |

Schlechte Videoqualität stört nicht, sobald der Inhalt begeistert. Was Psychologen der Rice University in der Zeitschrift "Human Factors" behaupten, hat für komprimierte Videoclips wie etwa auf YouTube oder Videostreams hohe Bedeutung.

"Wer daheim alleine einen guten Film sieht, bemerkt wahrscheinlich gar nicht, welche Auflösung das Video hat oder ob die Daten komprimiert sind", erklärt Studienleiter Philip Kortum. Die Forscher zeigten dazu ihren Versuchspersonen 180 Videoclips mit verschiedener Videoqualität. Manche davon hatten sehr grobkörnige Auflösung, andere waren von DVD-Qualität. Sie ließen die Probanden dabei jeweils einschätzen, wie gut die Qualität jedes Clips war, und fragten nach anderen Faktoren. Die Auswertung überraschte die Forscher. "Filme in schlechter Qualität wurden teilweise als viel hochqualitativer eingeschätzt als viele Filme in der besten Auflösung."

Warum das so war, wurde erst in der Detailanalyse sichtbar. Die Testpersonen hatten auch angegeben, wie sehr ihnen der Film gefallen hatte, und siehe da: Bewertung des Inhalts und subjektive Einschätzung der Videoqualität stimmten deutlich überein. Lag der Augenmerk der Forschung bisher einzig darauf, ob Menschen Videoqualität erkennen können, so zeigt sich nun die Bedeutung des Inhalts. Höchste Videoqualität ist somit nicht in jedem Fall oberste Anforderung.

Qualität ist somit beim Nutzer nicht automatisch oberstes Gebot. Ein Ergebnis, das nicht zuletzt eine Absage für die stets größere Bandbreite der Content-Anbieter ist. "Der Konflikt zwischen Bandbreite und Qualität betrifft nicht nur Computer und mobile Anwendungen. Auch die Fernsehsender senden immer häufiger hochqualitativen Content über Netze mit limitiertem Datenstrom", so der Studienleiter.

(pte)

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