78750

Prozess gegen Kazaa: Sharman beginnt mit seiner Verteidigung

30.11.2004 | 12:38 Uhr |

In Australien läuft derzeit ein Prozess gegen Sharman Networks, dem Unternehmen hinter der Tauschbörse Kazaa. Am zweiten Verhandlungstag hat nun die Firma mit ihrer Verteidigung begonnen. Der Prozess soll klären, ob Kazaa die Möglichkeit hat, Inhalte zu kontrollieren.

Sharman Networks, das Unternehmen hinter der Tauschbörse Kazaa , muss sich derzeit in Australien vor Gericht verantworten. Der Prozess soll klären, ob Kazaa die Inhalte, die über das Programm getauscht werden, kontrollieren kann. Sollte dies der Fall sein, könnte das Unternehmen direkt für Urheberrechtsverletzungen belangt werden.

Am zweiten Verhandlungstag hat nun Anthony Meagher, der Anwalt von Sharman Networks, mit der Verteidigung des Unternehmens begonnen. Seinen Ausführungen zufolge gehe es in dem Prozess um die Schlüsselfrage, ob das Unternehmen die Verletzung von Urheberrechten durch die Nutzer oder seine Software billige.

In diesem Zusammenhang zitierte Meagher zwei Fälle, die im House of Lords in England beziehungsweise vor dem US Supreme Court verhandelt wurden. Beim ersten Fall ging es um Kassetten-Rekorder von Amstrad PLC, der zweite Fall handelte von Sonys Video-Rekorder. In beiden Fällen kamen die Richter zum Schluss, dass die jeweiligen Unternehmen Urheberrechtsverletzungen nicht unterstützen. Laut Meagher befindet sich Sharman Networks in derselben Situation, wie die genannten Unternehmen.

Darüber hinaus würden lediglich zwei Prozent der Kazaa-Nutzer in Australien leben, der Großteil stamme aus den USA, wo die Distribution der Software legal sei, so der Anwalt. Die weitere Verteidigungsstrategie sieht Gutachten von Experten vor, aus denen hervor gehen soll, dass die Eigentümer und Anbieter von Kazaa keine Kontrolle über die Aktivitäten der Nutzer der Software haben.

Die Dauer des Prozesses wird auf drei Wochen geschätzt.

Neue Kazaa-Version mit Skype an Bord (PC-WELT Online, 23.11.2004)

0 Kommentare zu diesem Artikel
78750