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ProtonMail: Peinliche Panne sorgt für Mail-Verlust

12.08.2014 | 14:43 Uhr |

Die Betreiber des abhörsicheren Mail-Dienstes ProtonMail haben nun eine Panne eingestanden. Versehentlich wurden Mails der Nutzer gelöscht.

Der von CERN-Forschern und -Studenten in der Schweiz entwickelte abhörsichere Mail-Dienst ProtonMail war im Mai als Beta-Version gestartet und hatte zuletzt über 250.000 Nutzer gemeldet. Per Blog-Eintrag räumen die Betreiber nun eine Panne ein. Demnach sei der Dienst am Montag für ein geplantes Upgrade vom Netz genommen worden. Das geplante kurze Update sollte dazu dienen, die Datenbank zu optimieren und die Geschwindigkeit des Mail-Dienstes so für alle Nutzer zu erhöhen.

Ein Entwickler habe dabei aber einen falschen Befehl eingetippt, wodurch ein Teil der gespeicherten Mails zerstört wurden. Betroffen waren die meisten Mails, die über den Dienst am Sonntag empfangen wurden und ein Teil der Mails vom Montag. "Wir haben einen furchtbaren Fehler gemacht und uns tut leid, was passiert ist", heißt es in dem Blog-Eintrag.

Fatal sei der Fehler vor allem deshalb gewesen, weil bei der Durchführung des Updates die dafür intern geltenden Regeln nicht eingehalten wurden. So sei beispielsweise kein Backup der Datenbank vorab durchgeführt worden. Das ProtonMail-Team wachse derzeit, so heißt im Blog-Eintrag, und unglücklicherweise seien die standard operation procedures (SOPs) nicht richtig an alle Team-Mitglieder kommuniziert worden.

In den nächsten Wochen wolle man nicht nur auf eine neue, robustere Server-Architektur wechseln, sondern auch die Zusammenarbeit des Teams verbessern und dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederhole.

Alle über ProtonMail übertragenen Mails werden über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und damit über alle Stationen hinweg abhörsicher übertragen. Durch die Verschlüsselung können auch nur die Versender und Empfänger der Mails deren Inhalte lesen. Außerdem stehen die Server des Dienstes in der Schweiz, wodurch für den Mail-Dienst die strengen Datenschutzbedingungen der Schweiz gelten.

Zusätzlich versprechen die Betreiber, dass keinerlei User-Tracking erfolge und die Nutzung des Dienstes somit 100 Prozent anonym erfolge. Als Extra-Funktion besitzt ProtonMail auch eine Selbstzerstörungsfunktion für Mails. Jeder Mail darf ein Ablaufdatum gegeben, nach dessen Erreichen sie automatisch aus dem Posteingangsordner des Empfängers gelöscht wird.

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