Programmiersprachen

Java bleibt wichtigste Programmiersprache, C# überholt C++

Mittwoch, 11.01.2012 | 10:35 von Hans-Christian Dirscherl
Der Tiobe Index zeigt jeden Monat neu die Bedeutung von Programmiersprachen
Vergrößern Der Tiobe Index zeigt jeden Monat neu die Bedeutung von Programmiersprachen
Java ist nach wie vor die wichtigste Programmiersprache. Sie verliert aber seit Jahren kontinuierlich Marktanteile. Die beiden derzeit am stärksten wachsenden Programmiersprachen stammen von zwei IT-Giganten, die mit völlig unterschiedlichem Erfolg auf dem Mobil-Bereich agieren.
Das konsequent objektorientierte Java konnte laut dem Tiobe-Index im Januar 2012 einen Marktanteil von rund 17,5 Prozent behaupten. Damit liegt Oracles Programmiersprache Java (für die die Entwicklungsumgebung Netbeans kürzlich in der Version 7.1 erschienen ist) zwar noch knapp vor C, verliert aber seit 2007 fortwährend Marktanteile. Dass Java immer noch den ersten Platz im Tiobe Index behaupten konnte, dürfte vor allem am Boom von Android liegen. Denn Apps für Googles erfolgreiches Smartphone- und Tablet-OS werden nun einmal in der Regel mit Java programmiert (wenn es auch die Möglichkeit gibt, mit C++ Android-Apps zu erstellen. Das dürfte aber in der Praxis die absolute Ausnahme sein. Gleiches gilt derzeit wohl auch noch für die Möglichkeit, aus HTML5, CSS und Javascript mit Hilfe von Tools wie Phonegap eine Android-App zu entwickeln).

Microsofts und Apples Programmiersprachen wachsen stark

Die beiden größten Gewinner sind die von Microsoft entwickelte Sprache C# (das sogar an C++ vorbei zog) und vor allem die Apple-Programmiersprache Objective-C.  Letzter profitiert vom enormen Erfolg von iOS, iPhone und iPad sowie von der App-Entwicklung für die iOS-Plattform. Objective-C war die erfolgreichste Sprache des Jahres 2011, wenn man den Zugewinn bei den Marktanteilen betrachtet. Nach Objective-C machte Microsofts C# die größten Sprünge im Jahr 2011.

C und Javascript

Die nächstgrößten Gewinner sind der offensichtlich unverwüstliche Veteran C und – wenig überraschend – Javascript. Die einst von Netscape geschaffene Skriptsprache für das Internet profitiert seit längerer Zeit vom Erfolg von AJAX. Neuerdings dürfte aber vor allem die wachsende Bedeutung von HTML5 eine Rolle spielen. Denn HTML5 bildet zusammen mit CSS und eben Javascript eine wichtige Basis für die künftige Entwicklung von modernen Websites, die plattformübergreifend gleichermaßen gut angezeigt werden – auf Desktop-PCs ebenso wie auf den unterschiedlichsten Smartphones und Tablet-PCs. Insofern darf man davon ausgehen, dass Javascript weiterhin wachsen wird.

Die tatsächliche Bedeutung von Javascript dürfte aber bereits jetzt größer sein als es der Tiobe-Index zum Ausdruck bringt. Denn erhebliche Mengen von Javascript-Code werden nicht direkt als Javascript programmiert, sondern aus anderen Sprachen heraus generiert. Beispielsweise indem man mit dem Google Web Toolkit (GWT) eine Anwendung in Java programmiert und daraus dann fertigen Javascript-Code generieren lässt. Zudem wird Javascript meist nicht allein verwendet, sondern oft im Zusammenspiel mit anderen Sprachen.

Die Ergebnisse des Tiobe-Index bestätigen die jüngste Entwicklung beim Bedarf an Web-Programmierern. Auch hier zeigte sich ein Rückgang bei Java und ein deutlicher Anstieg bei der Nachfrage nach Experten mit Javascript- oder Objective-C-Kenntnissen.

Definition des Tiobe Index

Der Tiobe Index wertet die Suchanfragen in den wichtigsten Internetsuchmaschinen aus, um die Bedeutung von Programmiersprachen zu erfassen. Er berücksichtigt für seine Analyse nur echte Programmiersprachen, HTML, XML sowie SQL werden also nicht erfasst. Der Tiobe-Index sagt aber nichts darüber aus, welches die beste Programmiersprache sein könnte und in welcher Programmiersprache die meisten Code-Zeilen geschrieben sind.


Mittwoch, 11.01.2012 | 10:35 von Hans-Christian Dirscherl
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