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Profi gibt fünf Tipps gegen die NSA

08.09.2013 | 15:14 Uhr |

Bruce Schneier soll schon vor Jahren verdächtige Backdoors entdeckt haben, die - wie sich später herausstellte - auf NSA-Initiative eingebaut worden waren. Nun gibt der Verschlüsselungs-Profi fünf Tipps zum Schutz vor den NSA-Spionen.

Bruce Schneier ist ein bekannter Verschlüsselungs-Experte. Er hat den Blowfish- und Twofish-Algorithmus mitentwickelt und auch erforscht, wie man Daten sicher löscht. So finden Sie beispielsweise in der Freeware Eraser eine nach ihm benannte Lösch-Methode. Anlässlich der jüngsten PRISM-Enthüllungen gibt Schneier nun beim Guardian fünf Tipps, wie Sie sich vor den NSA-Spionen schützen können. Schneier arbeitet mit dem Guardian zusammen an weiteren PRISM-Enthüllungen und recherchiert dazu auch in Dokumenten, die aus der Hand von Edward Snowden kommen.

Fünf Tipps von Bruce Schneider zum Schutz vor NSA-Spionage:

  1. Verstecken Sie sich sich in einem Netzwerk
    Beispielsweise soll man das Tor-Netzwerk nutzen, um möglichst anonym zu surfen. Ja, räumt Schneier ein, die NSA hat Tor-Nutzer im Visier. Aber wer Tor nutzt, der macht der NSA das Leben schwer.

  2. Verschlüsseln Sie Ihre Kommunikation
    Nutzen Sie am besten TLS, sagt Schneier. Oder IPsec (Internet Protocol Security). Wie beim ersten Tipp gilt auch hier, dass die NSA Sie im Visier haben kann, aber sich deutlich schwerer tun wird.

  3. Bauen Sie Anti-NSA-Hürden in Ihrem PC ein
    Bruce Schneier berichtet, dass er sich für die Arbeit an den Snowden-Dokumenten extra einen neuen Rechner gekauft habe, der noch nie mit dem Internet verbunden war. Wenn er Daten auf den Rechner oder von diesem PC übertragen will, nutzt er einen USB-Stick, den er verschlüsselt. Das sei nicht unbedingt kugelsicher, räumt er ein - aber schon relativ gut.

  4. Seien Sie vorsichtig im Umgang mit kommerziellen Verschlüsselungstools
    Schneier vermutet, dass die meisten Verschlüsselungstools aus den USA eine NSA-Hintertüre eingebaut haben. Aber auch bei Tools aus dem Ausland könne man so ein Hintertürchen nicht ausschließen. Im besten Fall gibt es bei Programmen vielleicht keine NSA-Geheimtüre, aber eine für einen anderen Geheimdienst - zumindest sollte man diesen Gedanken nicht außer Acht lassen. Open-Source-Programme sind sicherer, sagt Schneier.

  5. Nutzen Sie Public-Domain-Verschlüsselung, die kompatibel mit anderen Standards ist
    Eine Hintertüre in TLS einzubauen, so Schneier, fällt der NSA sehr viel schwerer, da der Standard mit vielen anderen kompatibel sein muss. Anders sei das beim Windows-eigenen Bitlocker. Der ist proprietär und es ist viel unwahrscheinlicher, dass jemand NSA-Code in ihm entdecken kann.

Abschließend erklärt Schneier, dass er selbst GPG, Silent Circle , Tails , OTR , Truecrypt , BleachBit und einige andere Tools verwende. In seinem Password Safe habe er außerdem ein undokumentiertes Verschlüsselungsfeature eingebaut, als zusätzliche Hürde für die NSA.

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