120346

Linux-Prüfung LPIC-1 bestehen

05.11.2008 | 11:44 Uhr |

Die Vorbereitung auf eine Prüfung ist zumeist eine harte, wenig unterhaltsame Angelegenheit. Die LPIC-1-Prüfung für Linux-Administratoren macht da keine Ausnahme. Dass die Prüfung aber wenigstens erfolgreich absolviert wird, soll das Buch "LPIC-1. Vorbereitung auf die Prüfungen 101 und 102" von Galileo Computing sicher stellen. Wir haben uns das Buch für hartgesottene Linuxadministratoren angeschaut.

Darum geht es: LPIC-1. Vorbereitung auf die Prüfungen 101 und 102 von Harald Maaßen, erschienen bei Galileo Computing , 538 S., 2008, gebunden, mit einer CD, ISBN 978-3-89842-845-3, Preis: 34,90 Euro.

Eines gleich vorweg: Wenn Sie ein Buch zum gemütlichen Schmökern suchen, um sich sozusagen spielerisch der Materie Linux anzunähern, dann ist das Buch von Harald Maaßen nicht das richtige für Sie. Der Autor versucht gar nicht erst unterhaltsam zu schreiben, stattdessen handelt er Punkt für Punkt den Prüfungsstoff für die LPIC-1-Prüfungen LPI 101 und LPI 102 ab.

Unter Linux muss man in Zusammenhang mit diesen Prüfungen die Kommandozeile und die Skripte und Konfigurationsdateien verstehen - Linux in Reinkultur sozusagen. Was ja auch Sinn macht, schließlich dürften die meisten Linux-Administratoren Server und nicht Workstations betreuen. Und auf einem Server fehlt eine grafische Oberfläche zumeist, weil sie überflüssig ist, nur unnötigen Speicherplatz und Ressourcen benötigt und zudem potenziell zusätzliche Sicherheitslücken enthält. Dementsprechend finden Sie in diesem Buch nichts, absolut gar nichts über die verschiedenen grafischen Oberflächen für Linux. Und ebenso wenig werden die für Linux-Desktopsysteme typischen Anwendungen wie Firefox, Openoffice.org oder Gimp erwähnt. Dafür macht der Leser umso mehr Bekanntschaft mit Kommandozeilenbefehlen und deren zahlreichen Optionen sowie mit den zahlreichen Konfigurationsskripten von Linux.

Lobenswert: Das Buch ist durchwegs Distributions-unabhängig geschrieben, ein Opensuse-Anwender zieht daraus ebenso seinen Nutzen wie ein Ubuntu- oder Debian-Fan oder ein Anwender von Fedora.

Zu Beginn des Buches wird der ungefähre Ablauf der Prüfung und die Punktegewichtung erläutert. Dann geht es aber sofort in die technischen Details von Linux. Der Inhalt ist auf die beiden Prüfungsbereiche LPI 101 und LPI 102 aufgeteilt ( einen kompletten Überblick über die Prüfungsinhalte bekommen Sie hier ). In beiden Kapitel werden die jeweiligen thematisch gegliederten Unterabschnitte behandelt, zum Ende von LPI 101 und LPI 102 gibt es Übungsfragen und dazu die Antworten.

Der Abschnitt zu LPI 101 behandelt Themen wie Hardware und Systemarchitektur, Linux-Installation und Paketmanagement, das Dateisystem und die Prozessverwaltung. Gegen Ende von LPI 101 wird zudem ausführlich das X-Window-System vorstellt, ohne dass aber auf bestimmte Oberflächen wie KDE oder Gnome eingegangen wird. Darum geht es in der Prüfung auch überhaupt nicht, somit ist diese Auslassung völlig berechtigt. Stattdessen lernt man, wie die der Unterbau des Windowssystems von Linux funktioniert und wie dessen einzelne Bestandteile heißen und zusammenspielen (X-Server, X-Clients, Windowmanager Displaymanager).

Der Abschnitt zur Prüfung LPI 102 behandelt Themen wie beispielsweise Kernel, Booten, Drucken, Shellbefehle und Shellprogrammierung, Netzwerkgrundlagen und Netzwerkdienste sowie Sicherheit. Im Rahmen der Linux-Prüfung werden nämlich teilweise auch Nicht-Linux-spezifische Inhalte wie TCP und das DoD-Modell behandelt. Mitunter werden auch technische Komponenten und Befehle vorgestellt, die heute kaum noch eine Rolle im Alltag eines Linux-Administrators spielen, die aber in der Prüfung nun einmal abgefragt werden. Hier blieb dem Autor keine Wahl, er musste solche Oldies auch in seinem Buch behandeln.

0 Kommentare zu diesem Artikel
120346