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Motorola startet Feldversuch mit Femtozellen

Motorola startete seinen ersten europäischen Feldversuch mit Femtozellen gemeinsam mit einem Mobilfunkunternehmen, dessen Namen sie aber nicht nennen wollen. Mit Femtozellen können Besitzer von UMTS-Handys theoretisch kostenlos durchs Internet surfen und telefonieren, wenn ihr Mobilfunkanbieter es erlaubt.

Motorola hat die Testphase seiner Komplettlösung für UMTS-Femtozellen beendet und startet jetzt einen Feldversuch mit einem großen europäischen Mobilfunkunternehmen, dessen Name aber nicht genannt wird. Durch Femtozellen erzielen Mobilfunkanbieter eine bessere Netzabdeckung und ihre Kunden können theoretisch sparen. In großen Gebäuden mit schlechtem Handyempfang werden einfach kleine Empfangsstationen von der Größe eines WLAN-Routers installiert, welche die Gespräche und Daten der Handys übers Internet schicken, anstatt sie durch das Mobilfunknetz zu senden. Funklöcher können so geschlossen werden.

Theoretisch kann jeder Nutzer sich seine eigene Homezone aufbauen, indem sein Handy sich zu Hause bei der Femtozelle anmeldet anstatt im Netz des Mobilfunkbetreibers. Die Femtozellen funktionieren also wie die Hotspots für WLAN-Handys, nur das man jedes normale UMTS-Mobiltelefon dafür verwenden kann und die Batterie viel weniger belastet wird. In Deutschland hat O2 als integrierter Anbieter von DSL und Mobilfunk bereits damit experimentiert. Doch die entsprechenden Geschäftsmodelle, bei denen die Kunden für Gespräche aus ihrer Femtozelle weniger bezahlen, müssen die Anbieter erst noch entwickeln. Schließlich gehen die Telefonate und Datenverbindungen über die DSL-Leitung des Femtozellen-Besitzers und das Netz der Mobilfunkunternehmen wird gar nicht damit belastet.

"In Europa werden 30 bis 40 Prozent der Handy-Telefonate von zu Hause geführt", sagt Vincent Poulbere, Analyst des IT-Marktforschungsunternehmens Ovum. "Durch Femtozellen können die Mobilfunkunternehmen ihren Netzwerkverkehr in Gebäuden besser managen als in den großen Funkzellen der öffentlichen Handynetze." Ovum geht davon aus, das bis 2010 in Westeuropa 12 Millionen Femtozellen installiert werden und 2011 sogar schon 17 Millionen der Mini-Funkzellen aufgebaut sind. Deswegen ist es auch kein Wunder, dass Google sich bereits die Nummer Eins der Femtozellen-Hersteller als Partner gesichert hat. Ende Juli investierten sie gemeinsam mit anderen Geldgebern 25 Millionen Dollar in die britische Firma Ubiquisys. Deren "Zonegate"-Femtozellen werden einfach an den DSL-Anschluss angestöpselt und schon kann man damit vom Handy aus Webseiten aufrufen oder billig übers Internet telefonieren, falls die Mobilfunkgesellschaft es erlaubt.

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