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Premiere: Schwarzseher werden ausgesperrt

Der Pay-TV-Sender Premiere hat seine Verschlüsselung geändert und will damit Zuschauer mit gehackten Smartcards aussperren.

Gehackte Smartcards bereiten Pay-TV-Sendern seit jeher Kopfzerbrechen. Premiere hat jetzt reagiert und Ende vergangener Woche das Verschlüsselungssystem umgestellt. Auf diese Weise sollen illegale Zuseher ausgesperrt werden. Der Sender wechselt regelmäßig seine Key-Codes, die zum korrekten Entschlüsseln der übertragenen Sendungen notwendig sind. Satelliten-Receiver mit modifizierter Firmware passen sich jedoch oft im Zusammenspiel mit einer gehackten Smartcard automatisch an die geänderten Codes an. Premiere hat deshalb die Auto-Update-Funktion geändert und den aktuellen Schlüssel nur an Original-Smartcards übertragen. Dies führte bei vielen regulären Kunden für einige Minuten zu schwarzen Bildschirmen, da die Karten etwas Zeit für das Update benötigen.

Der Erfolg dieses jüngsten Schlüsselwechsels ist jedoch zweifelhaft: Wie das Fachmagazin Sat+Kabel berichtet, kursierten in einschlägigen Internet-Foren bereits 24 Stunden nach der Umstellung die aktuellen Schlüsselinformationen. Zudem handelte es sich dabei scheinbar um eine ältere Variante, was dazu führte, dass manche modifizierte Settop-Boxen und Emulatoren gar nicht erst ausfielen. Der ewige Kampf zwischen Sender und illegalen Zuschauern dürfte damit in eine weitere Runde gehen.

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