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Premiere-Decoder erhalten RFID-Tags

20.10.2006 | 10:33 Uhr |

Mit Hilfe der Funktechnik will der Bezahlfernsehanbieter seine Lieferkette steuern.

Neukunden des Pay-TV-Senders Premiere erhalten demnächst Receiver, die mit einem Funkchip für die berührungslose Identifikation ausgestattet sind. Dank der Radio Frequency Identification (RFID) genannten Technik soll sich der Transport der Geräte von der Produktion in Ostasien bis zur Haustür der deutschen und österreichischen Premiere-Kunden lückenlos verfolgen lassen. Den Auftrag für die Umsetzung der Lösung erhielten Siemens Business Services (SBS) und die Fiege Gruppe. Der Siemens-Bereich zeichnet für das Gesamtkonzept und die Installation der Lesegeräte verantwortlich.

Effizienzgewinne in der Sendungsverfolgung und der Bestandsaufnahme gehören zu den dicksten Pluspunkten, die die RFID-Technik bislang sammeln konnte (siehe auch: "Der RFID-Boom hat gerade erst begonnen" ). Zur Identifikation der Premiere-Decoder diente bislang ein auf der Rückseite angebrachter Barcode. Wurde ein Gerät ausgeliefert oder zurückgenommen, war dieser Code manuell zu scannen. Dieselbe aufwändige Prozedur fiel bei jeder Inventur im Zentrallager an. Mit RFID-Hilfe lässt sich dieser Vorgang erheblich beschleunigen. Laut SBS werden künftig ganze Paletten mit bis zu 80 Receivern innerhalb von Sekunden erfasst - während die Geräte an RFID-Lesegeräten vorbeifahren.

Zu diesem Zweck erhalten die Decoder während der Fertigung einen Funkchip mit Basisinformationen, unter anderem der Gerätenummer. Derzeit werden etwa 4000 neue Geräte pro Tag mit den Funketiketten ausgestattet, so SBS. Die zugehörigen Lesegeräte sollen beim Hersteller, im Fiege-Logistikzentrum in Erfurt und bei den ausliefernden Spediteuren stehen.

In einem zentralen IT-System laufen dann die Informationen über den jeweiligen Lieferstatus einer Sendung zusammen. "Alle Anwender entlang der gesamten Lieferkette wissen so zu jedem Zeitpunkt, wo sich die Warensendung gerade befindet", bestätigt Johannes Nordhaus, Logistik-Chef bei Premiere. Betrieben wird das System im SBS-Rechenzentrum. (qua)

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