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Preise für Handy-Gespräche deutlich gefallen

Handy-Gespräche werden immer günstiger. Im März lagen die Kosten 11,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Der Preisverfall auf dem deutschen Mobilfunkmarkt hat sich beschleunigt. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, lagen die Kosten für Handy-Telefonate im März um 11,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Verlauf des vergangenen Jahres lag der Preisrückgang noch bei knapp zehn Prozent.

Hintergrund des rapiden Preisverfalls ist der Einstieg von Billiganbietern in das Marktsegment seit Mitte vergangenen Jahres. Eingeläutet wurde die Entwicklung von der E-Plus-Tochter Simyo, dem Ableger von mobilcom und debitel folgten. Verschärfte wurde der Preiskampf Ende 2005 durch den Einstieg des Discounters Aldi.

Nun folgt mit Schlecker ein weiterer vertriebsstarker Einzelhändler. Die Gesellschaft kooperiert nach Angaben von Mittwoch mit Vodafone und will das Angebot nach einer Testphase auf alle 11.000 Filialen in Deutschland ausweiten. Die Mobilfunkgebühren werden nach Einschätzung von Experten dadurch weiter unter Druck geraten. T-Mobile-Chef Rene Obermann hält für dieses Jahr einen Rückgang der Mobilfunkgebühren um bis zu 20 Prozent für möglich.

Die Preise sind nach Einschätzung der Bundesnetzagentur aber immer noch zu hoch. Der Regulierer drängt daher auf eine Absenkung der so genannten Terminierungsgentgelte. Diese Gebühren fallen für Anrufe in das Mobilfunknetz an und bilden eine wichtige Einnahmequelle für die Unternehmen. Da sich die Gesellschaften bislang nicht einigen konnten, drohte ihnen Behörden-Chef Matthias Kurth mit einer Regulierung des Marktes.

Ein Sprecher von T-Mobile äußerte sich am Mittwoch hingegen zuversichtlich, dass doch noch eine Einigung zwischen den Unternehmen erzielt werden könnte. "Wir sind zu einer freiwilligen Absenkung in den Jahren 2007 und 2008 bereit", sagt er.

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