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So viel kosten Defekte am PC/Notebook/TFT

21.07.2008 | 17:13 Uhr |

Wie sehr wirken sich technische Mängel beim Verkauf gebrauchter Rechner, Notebooks und TFTs aus? Welche defekte Komponenten führen zu besonders starken Preisabschlägen und welche wirken sich eher weniger stark aus? Diesen nicht nur für Ebay-Teilnehmer spannenden Frage geht unsere neue Analyse nach.

Wir haben die finanziellen Abschläge bei typischen Mängeln und Defekten an PCs, Notebooks und TFT-Monitoren ermittelt. Berücksichtigung finden unter anderem Schäden vom einzelnen Gehäusekratzer bis hin zu defekten oder fehlenden Einzelkomponenten. Die Analyse wurde von der BFL erstellt.

Die Höhe der Abschläge ergibt sich aus dem jeweiligen Mittelwert der von den IT-Brokern übermittelten Angaben. Je nach Mängeltyp werden die Abzüge absolut in Euro oder relativ in Prozent angegeben.

Abzüge bei Defekten am Desktop-PC

Weniger überraschend: Ein defekter Prozessor haut so richtig rein, um durchschnittlich 65 Prozent sinkt der Wert eines PCs mit Herzstillstand. Ebenfalls eine wirtschaftliche Katastrophe ist eine Hauptplatine ohne Funktion, 70 Prozent werden dafür vom Tageswert abgezogen. Bei einem kaputten Speicherriegel muss der Verkäufer einen konkreten Preisabschlag von ca. 15 Euro in Kauf nehmen, eine Festplatte, die über den Jordan ging, kostet den Verkäufer 20 Euro.

Ein kaputtes CD/DVD-Laufwerk ist im Vergleich zur Festplatte geradezu preiswert, nur elf Euro werden dafür abgezogen. Nur geringfügig schmerzhafter ist eine Grafikkarte, die das Bild nur noch verzerrt oder gar nicht mehr auf den Monitor zaubert. Zwölf Euro werden dafür vom Wert des PCs abgezogen. Allerdings muss man hier eine wesentliche Einschränkung machen: Die Analyse der BFL nahm vor allem Business-Rechner unter die Lupe, bei denen die Grafikkarte nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Kurios: Eine Komponente, die nicht wirklich viel komplexe Technik beinhaltet, wird richtig teuer, wenn sie Brüche, Risse oder starke Vergilbung aufweist. Die Rede ist vom Gehäuse, für das 30 Euro flöten gehen, wenn es die genannten Mängel aufweist. Übrigens: Wenn man an den PC nicht rankommt, weil der Verkäufer das Zugangspasswort nicht weiß, kann man dafür im Durchschnitt zehn Euro abziehen.

Abzüge bei Defekten am Notebook

Hier kostet ein defekter Prozessor sogar 75 Prozent vom Wert, ist das Mainboard hinüber, kann man das Laptop fast schon wegwerfen, weil es rund 90 Prozent seines Wertes einbüßt. Ein LCD mit Farbfehlern oder anderen Mängel wird mit 35 Prozent Wertabzug bestraft (allerdings geht aus der Analyse nicht hervor, wieviel ein völlig defektes LCD den Verkäufer kostet).

Muss der RAM ausgetauscht werden, werden dafür rund 35 Euro vom Restwert abgezogen, eine defekte Festplatte schlägt mit 45 Euro zu Buche. Ist das Netzteil defekt, werden dafür 30 Euro zum Abzug gebracht.

Einige Notebook-spezifische Ausstattungsmerkmale kommen den Verkäufer besonders teuer, wenn sie nicht mehr funktionieren:

Kaputter Akku: 50 Euro
Kaputte Tastatur: 50 Euro
Beschädigtes Gehäuse: 45 Euro.

Wenn beim Notebook das Zugangspasswort fehlt, kann das den Restwert um sage und schreibe 70 Prozent beeinträchtigen.

Abzüge bei Defekten am Flachbildschirm

Farbflecken, Farbfehler, zu dunkles oder zu unscharfes Bild senken den Wert um 50 Prozent oder mehr. Ist das Netzteil hinüber, werden dafür 25 Prozent abgezogen. Ein Gehäuse mit Brüchen, Rissen oder starken Vergilbungen kosten ab 25 Euro aufwärts.

Der BFL IT INDEX

Die BFL Leasing GmbH mit Sitz in Eschborn ist der Leasing-Spezialist für den Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie der VR-LEASING-Gruppe im Verbund der Volksbanken Raiffeisenbanken.

Der BFL IT INDEX informiert monatlich über die aktuellen Marktpreise für gebrauchte und neue IT-Hardware. Jeder kann somit sowohl den gegenwärtigen als auch den künftigen Restwert seiner EDV selbst ermitteln. Die PC-Welt präsentiert Ihnen in Zusammenarbeit mit der BFL die "Schwacke-Liste der IT-Branche".

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