24.02.2012, 13:20

Verena Ottmann

Preis-Check

Der aktuelle Media-Markt-Prospekt unter der Lupe

Der aktuelle Media-Markt-Prospekt Nr.7/2012 ©Media Markt

Sie brauchen ein neues Notebook, ein Tablet, einen Fernseher oder eine Digitalkamera? Bei Media Markt gibt's jede Woche Sonderangebote - zumindest behauptet dies der Elektrogroßmarkt. PC-WELT hat sich den aktuellen Media-Markt-Prospekt angesehen und sagt Ihnen, welche Angebote die echten Schnäppchen sind.
Jede Woche auf's Neue verschickt Media Markt seinen mehrseitigen Prospekt mit Angeboten aus dem Computerbereich und der Unterhaltungselektronik. Doch was sind die wirklichen Schnäppchen? PC-WELT hat sich die beworbenen Notebooks, Tablets, Fernseher, Drucker & Co angesehen und sagt Ihnen, wo sich das Zugreifen lohnt.

Notebooks, Tablets und WLAN-Router

Das ist wohl noch was übrig geblieben: Das Notebook Samsung RV515 für 499 Euro hatte Media-Markt bereits vor zwei Wochen zum gleichen Preis auf der Titelseite. Auch unser Urteil bleibt gleich: Das 15,6-Zoll-Notebook leidet an einer unausgewogenen Konfiguration bestehend aus der schwachen AMD-CPU E-450 (1,66 GHz), einer mittelmäßigen Grafikkarte (AMD Radeon HD 6470) und übermäßg viel Arbeitsspeicher (8 GB). Positiv: die riesige Festplatte mit 1 Terabyte.

Das teuerste Modell des iPad 2 mit 64 GB Speicher und WLAN sowie 3G gibt es bei Media-Markt 60 Euro günstiger als im Apple-Shop - für 739 Euro. Im Internet liegen die Preise nur rund 10 Euro knapp darunter - und da kommt dann noch die Versandgebühr dazu. Das iPad 2 ist zwar immer noch das beste Tablet, wie der PC-WELT-Test beweist . Trotzdem sollten Sie warten: In zwei Wochen wird wohl das iPad 3 vorgestellt werden. Dann können Sie immer noch entscheiden, ob Sie zum neuen Apple-Tablet greifen oder sich den Vorgänger holen. Dessen Preis dürfte dann weiter gefallen sein.

Das 15,6-Zoll-Notebook Toshiba Satellite C660-2NK (Preis: 599 Euro) gibt es beim Media-Markt 100 Euro günstiger als die Hersteller-Empfehlung. Es ist ein ordentliches Gesamtpaket mit einem leistungsfähigen Prozessor (Core i5-2430M, 2,40 GHz) und einer mäßigen Grafikkarte (Nvidia GT 520M). Diese reicht für ältere Spiele locker aus, aber nicht für aktuelle, ohne dass Sie die Qualitätseinstellungen nach unten drehen müssen. Da hilft dann auch der 6 GB große Arbeitsspeicher nicht mehr viel. Für das bessere Angebot halten wir daher das Acer Aspire 5755G, das Sie bei Amazon für 579 Euro bekommen: Es hat zwar nur 4 GB RAM, aber die bessere Grafikkarte Nvidia GT630M und anders als das Toshiba-Notebook auch USB 3.0.
Das Acer Aspire 7750G-2458G75MnKK für 699 Euro besitzt ein 17,3-Zoll-Display und ist ein überzeugender PC-Ersatz. Prozessor (Core i5-2450M mit 2,5 GHz), Arbeitsspeicher (8 GB) und Festplatte (750 GB) sind ordentlich. Als Grafikkarte kommt die AMD Radeon HD7670M zum Einsatz - im Prospekt hat Media-Markt das "M" vergessen: Sie reicht bei vielen aktuellen Spiele nicht ganz aus für die flüssige Wiedergabe in der maximalen Displayauflösung von 1600 x 900 Bildpunkten. USB 3.0 hat das Acer-Notebook mit an Bord.
Das Toshiba Satellite C670-104 für 499 Euro ist ein großes und günstiges Notebook für Anwender, die wenig Leistung brauchen. Der Intel-Prozessor Core i3-380M (2,53 GHz) gehört zwar nicht zur aktuellen Sandy-Bridge-Generation, sondern noch zum Vorgänger Arrandale. Dennoch ist er sehr leistungstark, weshalb das Toshiba-Modell empfehlenswerter ist als das Samsung-Notebook von Seite 1 zum gleichen Preis. Großes Zukunftspotential bietet das Satellite-Notebook allerdings nicht: Ihm fehlen zum Beispiel USB 3.0 oder HDMI.
Mit 18,4 Zoll noch größer ist das Display im Asus A93SM-YZ023V für 799 Euro. Außerdem zeigt das Asus-Notebook die Full-HD-Auflösung 1920 x 1080 Pixel. Hochauflösende Filme müssen Sie dem Gerät aber beispielsweise per Festplatte nahe bringen, denn es besitzt nur einen DVD-Brenner und kein Blu-ray-Laufwerk. Für ernsthafte Spieler ist es nicht geeignet: Die Grafikarte Geforce GT 630M bringt zwar eine ordentliche Leistung - für die hohe Displayauflösung ist sie allerdings unterdimensioniert. Doch als PC-Ersatz mit großem Bildschirm ist es empfehlenswert.
Das schönste Notebook im aktuellen Media-Markt-Prospekt ist der 15,6-Zoll-Laptop Samsung NP700Z5A-S04DE für 999 Euro. Mit Alu-Gehäuse, beleuchteter Tastatur, Slot-In-Laufwerk und Umgebungslichtsensor bringt es viele Kleinigkeiten mit, die es nicht nur eleganter, sondern auch bedienerfreundlicher machen. Der Bildschirm zeigt  außerdem die hohe Auflösung von 1600 x 900 Bildpunkten - ideal für Anwender, die viel Bildinformation auf dem Display unterbringen wollen. Eine Akkulaufzeit von knapp sieben Stunden und eine extrem schreibfreundliche Tastatur runden das empfehlenswerte Angebot ab. Die Grafikkarte AMD Radeon HD6750 ist für viele aktuelle Spiele schnell genug, selbst in der maximalen Auflösung. PC-WELT hatte das Modell mit Quadcore-CPU im Test: Aber die Media-Markt-Konfiguration mit Core i5 und größerer Festplatte ist ausgewogener konfiguriert.

Smartphones

Mit 299 Euro ist das Sony Ericsson Xperia Arc S günstiger als die Angebote bei den meisten Online-Händlern, dazu ist es noch relativ aktuell. Die 8,1-Megapixel-Kamera, der 1,4 GHz getaktete Prozessor und das 4,2 Zoll große LC-Display machen das Xperia Arc S zu einem echten Schnäppchen. Allerdings kommt es noch mit der alten Android-Version 2.3, ein Update auf Android 4.0 sei aber laut Sony Ericsson vorgesehen.

Das Sony Ericsson Xperia X8 ist ein recht altes Smartphone mit dementsprechend alter Hardware: Das Display mit geringer Auflösung ist nur 3 Zoll groß, die Kamera bietet nur 3 Megapixel und der Prozessor arbeitet mit bescheidenen 600 MHz. Sie zahlen für das Smartphone zwar lediglich 79 Euro, hinzu kommt aber, dass sie das Xperia X8 zusammen mit einer PrePaid-Karte kaufen. Sie bekommen das Sony Ericsson Xperia X8 also ausschließlich mit dem CallYa Smartphone Fun Prepaid Tarif, der Sie, je nach Ihrem Alter, zusätzlich mindestens 10 bis 15 Euro monatlich kostet. Bei Amazon gibt es Smartphone bereits ab 115 Euro und Sie haben freie Wahl Ihres Anbieters.


Komplett-PCs

Finger weg von diesem unsinnig konfigurierten Rechner. Der Lenovo H420 VBW5EGE taugt zwar zum Büro-PC - doch dafür ist er zu teuer. Für einen soliden Multimedia-PC wäre der Preis angemessen - aufgrund der zu schwachen CPU-Grafik Intel HD Graphics 2000 erfüllt er aber nicht die Anforderungen für diesen Einsatzzweck.
Der Microstar Professional I7100 Erazer / 8145 für 999 Euro ist auf Hochleistung getrimmt und bietet einen überaus leistungsfähigen und dennoch energieeffizienten Intel-Prozessor. Mit der Grafikkarte Nvidia Geforce GTX 560 können Sie getrost aktuelle Spiele zwar nicht in höchster, aber in ansehnlicher und flüssiger Grafik spielen. Der Arbeitsspeicher ist mit 8 GB mehr als ausreichend bemessen. Darüber hinaus bietet der Rechner viele Anschlüsse und zwei praktische Festplatteneinschübe für das schnelle Wechseln von 3,5 Zoll-Festplatten. Der Preis von knapp 1000 Euro ist also noch gerechtfertigt, wobei Bastler natürlich immer günstiger davon kommen, wenn sie sich einen PC zusammenstellen.
Schnäppchen-Alarm! Der All-In-One-PC Lenovo IdeaCentre A320 VBS7HGE macht zu einem sehr günstigen Preis fast alles richtig: Im eleganten Design vermeidet der Alleskönner mit n-WLAN und Bluetooth 2.1 sowie Funk-Maus und -Tastatur konsequent alle Kabel. Der 22-Zoll-Bildschirm packt die Full-HD-Auflösung und integriert auch gleich eine TV-Lösung in Form eines Hybrid-DVB-T-Empfängers. Und im Standfuß hat Lenovo moderne Schnittstellen wie USB 3.0, je einen HDMI-Ein- und Ausgang für digitalen Surround-Sound und/oder ein weiteres Bildausgabegerät eingebaut. Nur wenn Ihr Wunsch-All-In-One auch einen berührungssensitiven Bildschirm haben sollte, ist der IdeaCentre A320 mangels Touchscreen-Funktionalität keine gute Wahl. Das muss aber nicht unbedingt ein Nachteil sein: Auf einem 22-Zöller voller fettiger Fingertapper Filme gucken macht nicht wirklich Spaß.

Digitalkameras

Die Nikon Coolpix S3300 wurde erst diesen Monat vorgestellt und hat eine UVP von 139 Euro. Im Internet ist sie bereits für 130 Euro erhältlich, daher ist das Media-Markt-Angebot von 133 Euro kein wirkliches Schnäppchen. Die schlanke 16-Megapixel-Kamera mit 6fach-Zoomobjektiv richtet sich an Einsteiger. Sie ist in acht Farben erhältlich.
Die Nikon Coolpix S8200 ist bei Media Markt für 189 Euro zu haben, was in etwa dem Preis im Internet entspricht. Ursprünglich kostete die im August 2011 vorgestellte Kamera 299 Euro. Mit 16 Megapixeln und 14fach-Zoomobjektiv ist sie technisch auf dem neuesten Stand. Außerdem nimmt sie Full-HD-Videos mit Stereoton auf.
Die Canon Powershot SX220 HS wurde im Februar 2011 zusammen mit dem Schwestermodell Canon Powershot SX230 HS für 299 Euro eingeführt (SX230 HS: 329 Euro). Ihr Media-Markt-Preis von 199 Euro entspricht dem von Internet-Shops. Die Kamera arbeitet mit 12 Megapixeln und einem 14fach-Zoomobjektiv mit optischem Bildstabilisator.

Drucker und Multifunktionsgeräte

Der Canon Pixma iP3600 für 59 Euro ist ein reiner Tintenstrahl-Drucker. Davon gibt es inzwischen nur noch wenige Modelle. Der Canon Pixma iP3600 erreichte im PC-WELT-Test ordentliche Ergebnisse und akzeptable Folgekosten. Der Preis ist fair – nur bei Ebay gibt es den Drucker noch günstiger.
Für ein Tintenmultifunktionsgerät mit integrierter Fax-Funktion ist das Angebot des HP Officejet 4500 Wireless AiO für 79 Euro günstig. Allerdings gehört das Kombigerät nicht mehr zur aktuellen Geräteserie. Es ist vielmehr schon gut zwei Jahre auf dem Markt.
Das Multifunktionsgerät Epson Stylus Office BX535WD für 99 Euro erwies sich im PC-WELT-Test als gut fürs heimische Büro – gerade, wenn Netzschnittstellen und eine Duplex-Einheit für das automatische beidseitige Drucken wichtig sind. Das Media-Markt-Angebot liegt im Mittelfeld: Es ist rund 4 Euro günstiger als so mancher Shop im Internet und liegt genau auf Amanzon-Niveau.
Was hier als Schnäppchen angepriesen wird, ist in Wahrheit ein Durchschnittspreis für das Büro-Multifunktionsgerät. Seinen wahren Vorteil bringt der HP Officejet Pro 8600 eAiO für 249 Euro in den 3 Jahren Herstellergarantie nach Registrierung mit.

Fernseher

Der Toshiba 46 TL 868 G für 699 Euro mit LED-Backlight und allen TV-Tunern ist selbst im Web kaum günstiger zu haben – ein Schnäppchen-Angebot.
Der LG 42LV470S für 579 Euro ist ein Fernseher mit Triple-Tuner und LED-Backlight zum günstigen Preis, der im Web momentan nicht unterboten wird.
Das TV-Gerät Grundig 37 VLC 6110 C für 349 Euro gibt es im Web derzeit nur selten für weniger Geld. Wem ein 37-Zöller (94 Zentimeter Bilddiagonale) ausreicht, kann hier durchaus einen Blick riskieren.
Der Plasma-Fernseher Panasonic TX-P 42UT30 für 479 Euro kostet bei Media Markt genauso viel wie bei derzeit Amazon. Beide Angebote sind fair, da der günstigste Preis im Web nur 20 Euro darunter liegt.

WLAN-Router und externe Festplatte

Tempomäßig ist der WLAN-Router AVM Fritzbox Fon WLAN 7390 für 199 Euro nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Etwas mehr Geschwindigkeit können sie immerhin rauskitzeln, wenn Sie in über die störungsfreie 5-GHz-Freuenz einsetzen - falls die anderen WLAN-Geräte ebenfalls über diese Frequenz funken können. Ansonsten gibt es wenig am Allround-Router auszusetzen, wie PC-WELT im Test herausfand: Er bietet vier Gigabit-Ports für ein schnelles Kabelnetzwerk, zwei USB-Anschlüsse, um externe Festplatten als Netzwerkspeicher einzurichten sowie ein integriertes ADSL/VDSL-Modem. Das Media-Markt-Angebot ist gut, günstiger gibt es den WLAN-Router auch im Internet nicht.
Zur Toshiba STOR.E Alu 2 320GB gibt's nur eines zu sagen: Wer sich heutzutage noch eine externe Festplatte mit USB-2.0-Anschluss kauft, ist selbst schuld. Außerdem kostet eine USB-3.0-Controller-Karte inzwischen keine 10 Euro mehr.
Kommentare zu diesem Artikel (1)
1362830
Content Management by InterRed