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Praxistest: Blackberry 8800

Mit dem 8800 führt RIM seine moderne optische Linie konsequent fort: weg vom Plastiklook mit Spielzeugcharme, hin zu edlem Klavierlack mit verchromten Spielereien.

Die elegante Optik wird auch nicht durch die eindrucksvollen Maße (107x50x14.5 mm) relativiert, die das Gerät in Verbindung mit schwergewichtigen 134 Gramm zu groß für die durchschnittliche Hemdtasche. Im Gegenteil: analog zur Großraumlimousine verleihen sie dem Smartphone eine physische Präsenz, die die Blicke der Tischnachbarn anzuziehen weiß. Einziger Nachteil: jede Berührung bestraft der glänzende Protzbarren mit fettigen Fingerabdrücken. Der Spielraum des Akkudeckels am Rücken des Gehäuses macht aber deutlich, dass die Verarbeitung des 8800 nicht so glänzend ist, wie die Lackierung suggeriert. Kleine Details wie wackelige Seitentasten, die aus viel zu großen Gehäuseöffnungen ragen und die unregelmäßig gestanzte Einfassung für den miniUSB-Anschluss bzw. den Kopfhörerausgang hinterlassen einen wenig vertrauenserregenden Eindruck. Schlimmer noch: das edle Smartphone knarzt an allen Ecken und Enden, weil es aus vergleichsweise leichtem und biegsamem Material besteht.

Beim Display ist für den kanadischen Hersteller mehr klotzen als kleckern angesagt. Mit 2,5 Zoll Diagonale und 320x240 Pixeln Auflösung kommt das 8800 an Nokias Konkurrenzmodell E61i heran, schwächelt gegenüber dem Konkurrenten aus Finnland aber in puncto Farbtiefe, Helligkeit und Kontrast. Dennoch ist die glasklare Ablesbarkeit jederzeit gegeben, auch aus der Schrägperspektive verfälscht die Farbdarstelllung kaum; schade auch, dass das Display nicht transflektiv ausgelegt und daher unter starker Lichteinstrahlung nur schwer abzulesen ist. Mangels Standbyanzeige muss man seinen 8800 stets aktivieren, um sich beispielsweise über die aktuelle Uhrzeit zu informieren

In seiner Königsdisziplin überzeugt das QWERTZ-Smartphone auf ganzer Linie: mit dem 8800 lassen sich auch längere Nachrichten hervorragend tippen. Man mag über das Tastaturdesign streiten und die gedrängten Wackeltasten erfordern eine gewisse Eingewöhnungszeit. Ergänzt wird die QWERTZ-Tastatur von einem Bedienelement, das schon beim 8100 Pearl überzeugen konnte: ein leichtgängiger Trackball thront im Zentrum der Gehäusefront. In der Funktionalität mit einem Joystick bzw. 5-Wege-Navkey vergleichbar, gestaltet sich die Navigation durch die Menüs und die Ansprache von Funktionen mit ihm äußerst komfortabel.

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