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Postini prognostiziert Spam-Gau für 2007

08.12.2006 | 11:21 Uhr |

Allein im November will der Security-Dienstleister mit 22 Milliarden Spam-Mails so viele Werbenachrichten geblockt haben wie nie zuvor.

Mit derzeit 93 Prozent hat der Spam-Anteil am gesamten E-Mail-Aufkommen laut Postini sein bisheriges Rekordhoch erreicht. Nach den Beobachtungen des auf Messaging-Security spezialisierten Dienstleisters ist die Zahl der unerwünschten Werbenachrichten in den vergangenen zwölf Monaten um 147 Prozent gestiegen. Insbesondere Bilder-Spam und mit Office-Dokumenten versehene Werbenachrichten sollen sich explosionsartig verbreitet haben: Machten sie im Jahr 2005 noch weniger als fünf Prozent des elektronischen Werbemülls aus, waren es im vierten Quartal bereits 45 Prozent.

Des Weiteren registrierte Postini übers Jahr einen drastischen Anstieg an laufend neuen Bedrohungen im Instant-Messaging-Bereich (plus 160 Prozent innerhalb eines Monats). Zudem gibt es zunehmend mehr Directory Harvest Attacks (DHAs): Die Zahl dieser Angriffe, bei denen Kriminelle versuchen, E-Mail-Adressen von Unternehmens-Servern abzugreifen und für ihre Zwecke zu missbrauchen, soll pro Monat um 30 Prozent gestiegen sein.

Ein weiteres Problem ist offenbar das reine Volumen der beobachteten Attacken: So registrierte Postini an jedem Tag im November rund eine Million Spam versendende Rechner im Internet. Dabei wurden zudem Viren in Umlauf gebracht, die es Spammern ermöglichen, infizierte PCs als Bots fernzusteuern und für noch umfangreichere Spam-Attacken zu missbrauchen. Hier soll sich im November der Wurm "Warezov", auch "Stration Wurm" genannt, als besonders aktiv erwiesen haben. Der Schädling sammelt auf Rechnern gepeicherte E-Mail-Adressen, um sie in Spam-Schleudern zu verwandeln. Auf diese Weise könnten Spammer eine nahezu unendliche Menge an Nachrichtenmüll versenden, ohne dass ihnen für die (geraubte) Übertragungsbandbreite Kosten entstehen, so Daniel Druker, Executive Vice President Marketing bei Postini. Mit rasant steigenden Kosten sähen sich allerdings die Unternehmen konfrontiert, die die Funktionsfähigkeit und Produktivität ihrer E-Mail-Systeme sicherstellen müssten. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund warnt der Anbieter von Security-Services davor, dass E-Mail im Jahr 2007 in einem noch nie da gewesenen Ausmaß Angriffen ausgesetzt sein wird. (kf)

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