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Pornofilter von Cameron filtert nicht nur Pornos

29.07.2013 | 13:23 Uhr |

Entgegen ersten Aussagen soll der Internetfilter von David Cameron nicht nur Sexseiten blockieren. Auf der roten Liste stehen laut der Open Rights Group auch Alkohol und Zigaretten.

Schlafwandel in die Zensur, nennt die Open Rights Group den Porno-Filter von David Cameron, dem britischen Premier. Bislang war nur bekannt, dass Großbritanniens Internetfilter Pornoseiten sperren soll. Cameron will eigenen Aussagen nach so verhindern, dass Kinder unangemessene Inhalte zu sehen bekommen. Ab 2014 soll der Filter scharfgeschaltet werden und standardmäßig aktiv sein. Die Open Rights Group will nun herausgefunden haben, dass der Filter aber keineswegs nur Sexseiten zensieren wird. Es würden auch gewalthaltige, extremistische und terroristische Seiten ausgefiltert werden, habe man bei den Providern Englands herausgefunden. Ferner auf der Liste befänden sich Webseiten, die Essstörungen thematisieren, Selbstmord oder Alkohol. Auch Rauchen, esoterisches Material und Web-Foren stünden auf der Abschussliste. Zu guter Letzt sollen auch Tools geblockt werden, welche die Blockade umgehen könnten.

Zwar könne man die standardmäßig gesetzen Häkchen herausnehmen, doch sei klar, dass eine Vielzahl von Internetnutzern sich auf Standardeinstellungen verlasse und diese nicht antasten werde, moniert die Open Rights Group. Sie verweist dabei auf die "nudge theory" , welche besagt, dass indirekte Vorschläge letztendlich effektiver sind als direkte Verbote.

Die Open Rights Group kritisiert auch, dass in jedem Fall der User gezwungen werde, eine Wahl zu treffen - ob er den Filter nun will, oder nicht. Besser sei es, wenn nur der am Filter Interessierte aktiv werden müsse.

Was halten Sie von dem Internetfilter in Großbritannien? Sinnvoller Schutz für Minderjährige oder unzumutbare Zensur?

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