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Porno-Industrie: Geheimnisumwitterter Blu-ray-Produzent

02.02.2007 | 13:51 Uhr |

Dass das Gros der ersten HD-Filme aus dem Bereich "Erwachsenenunterhaltung" auf HD-DVD und nicht auf Blu-ray erscheinen wird, hat einen einfachen Grund: Sony und andere Unternehmen, die Blu-ray-Fertigungsstraßen unterhalten, wünschen dies nicht. Ein Studio ist aber offenbar fündig geworden und liefert demnächst sein erstes Werk auf Blu-ray aus. Wer die Discs dupliziert, weiß niemand. Zudem wurde bekannt, dass die Produktion für Blu-ray im Vergleich zu HD-DVD recht kostspielig ist.

Ob die Pornoindustrie nun wirklich entscheiden wird, welches HD-Format sich durchsetzen wird, sei einmal dahingestellt. Interessant an dieser Geschichte ist vor allem, dass sich Sony offenbar mit Händen und Füßen dagegen wehrt, dass diese Filme auch auf Blu-ray veröffentlicht werden. Entsprechend bringen die Studios ihre HD-Werke nun auf HD-DVD auf den Markt ( wir berichteten ). Doch wie bei Asterix gibt es auch in der Pornoindustrie ein Unternehmen, das sich gegen den allgemeinen Trend wehrt und bald seinen ersten Film auf Blu-ray veröffentlichen wird. Der Rest fragt sich nun: "Wie haben die das gemacht?".

Bei dem Studio handelt es sich um Vivid Entertainment, so ein Bericht des IDG News Service. Steve Hirsch, CEO von Vivid, erklärte, dass es weltweit acht Unternehmen gäbe, die Blu-ray-Discs reproduzieren können. Zwei davon werden laut Hirsch von Sony kontrolliert, womit diese für eine Zusammenarbeit ausscheiden. Fünf weitere Firmen haben laut Hirsch Verträge mit Disney und würden diese Zusammenarbeit gefährden, sollten sie sich mit der Pornoindustrie einlassen. Bleibt ein Unternehmen übrig - und genau dieses produziert nun die Blu-ray-Discs für Vivid. Um welche Firma es sich handelt, ist nicht bekannt. Auch Vivid will den Namen nicht preis geben, in erster Linie, um konkurrierende Studios außen vor zu lassen.

Daneben erläuterte der Manager auch, welche Kosten eine Blu-ray-Produktion mit sich bringe. "Mit Blu-ray zu arbeiten ist extrem teuer", so Hirsch. Demnach würde das Authoring für Blu-ray-Disc vier Mal teurer sein, als für HD-DVD, die Produktion der Discs koste im Vergleich drei Mal so viel. Dementsprechend will das Studio nun abwarten, wie sich der erste Film verkauft und notfalls die Reißleine ziehen, falls die Verkäufe hinter den Erwartungen bleiben.

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