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Porno-Abmahnanwalt Thomas Urmann flieht angeblich nach Istanbul

25.02.2016 | 16:38 Uhr |

Der durch Redtube-Abmahnungen und Porno-Pranger berühmt-berüchtigt gewordene Ex-Rechtsanwalt Thomas Urmann ist offiziell nach Istanbul verzogen. Gegen seine Firma laufen anscheinend mehrere Insolvenzanträge.

Neues vom krachend gescheiterten Porno-Abmahner und Ex-Rechtsanwalt Thomas Urmann, der lange Zeit von Regensburg aus mit seinen Internet-Eskapaden die Bundesrepublik in Aufruhr versetzte. Wie das regionale Online-Nachrichtenportal Regensburg Digital berichtet, ist der berühmt-berüchtigte ehemalige Abmahn-Rechtsanwalt „unbekannt nach Istanbul verzogen“. Offensichtlich handelt es sich dabei um eine Art von Flucht, denn laut Regensburg Digital (das für gewöhnlich sehr gut unterrichtet ist) sollen gegen die Z9 Verwaltungs GmbH von Thomas Urmann mehrere Insolvenzanträge laufen. Urmann hatte nach dem Verlust seiner Zulassung als Rechtsanwalt seine Geschäfte von der nun geschlossenen Rechtsanwaltskanzlei zu dieser Z9 Verwaltungs GmbH verlagert. Der Zweck dieser neuen Firma war „die Verwaltung eigenen Vermögens“.

Bei der Stadt Regensburg soll Urmann nicht mehr gemeldet sein, sondern er gilt offiziell als nach Istanbul verzogen. Seine Firma Z9 kämpft offensichtlich schon länger gegen die Insolvenz. Vor Gericht wurde aber anscheinend noch kein Insolvenzverfahren eröffnet.

Kurz-Überblick: Thomas Urmann

Rechtsanwalt Thomas Urmann wurde in Augsburg wegen Betrug und Insolvenzverschleppung verurteilt. Kurze Zeit später musste er seine Zulassung als Rechtsanwalt zurückgeben, seine Rechtsanwaltskanzlei wurde gelöscht.

Im Jahr 2013 startete Urmann die berühmte Abmahnwelle gegen Redtube-Nutzer. Die Abmahnungen verschickte der geschäftstüchtige Rechtsanwalt noch schnell vor Weihnachten, damit die Abgemahnten noch genügend Geld hätten, um die Abmahngebühren zu bezahlen.

Doch mit den Redtube-Abmahnungen legte Urmann eine Bauchlandung hin. Das Kölner Gericht revidierte seine erste Entscheidung, weil erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Zustandekommens der Abmahnungen aufgekommen waren. Die ganze Abmahnaktion scheiterte spektakulär, Urmann musste schließlich sogar Entschädigung für die Abmahnungen bezahlen.

Im Jahr 2012 sorgten Urmann + Collegen für Empörung, weil sie eine Liste mit Porno-Nutzern im Internet veröffentlichen wollten. Doch  Kanzlei Urmann + Collegen (U + C) wurden daraufhin selbst abgemahnt und mussten diese als Porno-Pranger bezeichnete Liste einstampfen.

Im Jahr 2011 versteigerten Urmann + Collegen (U + C) 70.000 Abmahnungen im Wert von 90 Millionen Euro. Die Rechtsanwälte haben die angezeigten Rechtsverletzungen gar nicht selbst verfolgt, sondern sie nur weiter veräußert. 


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