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Polizei verhaftet Mann nach Drohnen-Abschuss

31.07.2015 | 10:52 Uhr |

Ein US-Amerikaner fühlt sich durch eine Flugdrohne in seiner Privatsphäre verletzt. Und schießt sie kurzerhand mit dem Gewehr ab. Die Polizei verhaftet den wehrhaften Drohnen-Killer.

In Hillview, einer kleinen Ortschaft im US-Bundesstaat Kentucky, bemerkte der 47 Jahre alte William H. Merideth am späten Sonntagnachmittag eine Flugdrohne über seinem Grundstück. Und griff kurzerhand zum Gewehr. Merideth ist offensichtlich ein geübter Schütze, denn er traf die Drohne. Diese stürzte auf ein Feld neben dem Haus des zielsicheren Schützen, wie US-Medien berichten.
 
Da man selbst in Amerika, dem Land der Waffennarren und Revolverhelden, nicht einfach mal ebenso auf fremdes Eigentum schießen darf, erschien eine Polizeistreife am Ort des Geschehens. Merideth gab unumwunden zu, dass er die Drohne vom Himmel geholt habe. Weil sie über seinem Haus geflogen sei. Zuvor habe die Drohne über dem Grundstück des Nachbarn geschwebt, in knapp drei Metern Höhe. Dabei entdeckte Merideth die Drohne und er holte sein Gewehr. Er wollte nämlich erst dann schießen, wenn sie tatsächlich sein Grundstück überfliegen würde. Was die Drohne dann auch nach einer Minute tat. Damit war ihr Schicksal besiegelt.
 
Der Schütze betont, dass er bei dem Schuss niemanden gefährdet habe. Er habe weder über die Straße hinweg noch über das Grundstück seines Nachbarn geschossen, sondern direkt nach oben in die Luft über seinem Grund und Boden.
 
Die Besitzer der Drohnen sagten, sie hätten nur Fotos vom Haus eines Freundes schießen wollen. Doch Nachbarn sagten aus, dass die Drohne über verschiedenen Häusern geschwebt sei. Und zwar tief genug, um bei allen unter das Veranda-Dach schauen zu können. Die Drohne sei also sozusagen als Spanner unterwegs gewesen.
 
Als die Drohnen-Besitzer den Schützen wegen des Abschusses zur Rede stellen wollten, habe dieser sie vor dem Betreten seines Grundstückes gewarnt. Weil er andernfalls erneut schießen würde. Die Drohnen-Besitzer behaupten, dass die Drohne einen Wert von 1800 Dollar (rund 1650 Euro) haben würde.
 
Die Polizei nahm Merideth noch am Sonntag fest. Wegen Vandalismus/Sachbeschädigung und fahrlässiger Gefährdung anderer. Am Montag kam der Schütze aber wieder auf freien Fuß.

Merideth forderte, dass die Polizei die Speicherkarte aus der Drohne beschlagnahmen solle. Dann würde man ja sehen, wo sie überall geschnüffelt habe. Die Polizei gab die zerstörte Drohne aber den Besitzern mit, ohne sie zuvor zu untersuchen.

Merideth will nun rechtliche Schritte einleiten gegen die Drohnenbesitzer, weil sie seine Privatsphäre verletzt haben. Aber auch die Drohnenbesitzer dürften vor Gericht ziehen – weil sie Schadenersatz verlangen.

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