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Polizei mit Computer-Problemen

04.01.2001 | 17:19 Uhr |

Die Polizei in mehreren Bundesländern haben nach Informationen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) erhebliche Probleme, sich an das neue bundesweite Polizei-Informationssystem "INPOL-neu" anzuschließen.

Die Polizei in mehreren Bundesländern haben nach Informationen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) erhebliche Probleme, sich an das neue bundesweite Polizei-Informationssystem "INPOL-neu" anzuschließen.

Bislang seien nur ein oder zwei Bundesländer technisch in der Lage, problemlos Daten in das vom Bundeskriminalamt geführte System einzuspeisen, sagte der stellvertretende BDK-Vorsitzende Holger Bernsee am Donnerstag auf Anfrage.

Nach dpa-Informationen sollen insbesondere Hessen, das Saarland und Bremen derzeit technisch nicht in der Lage sein, sich an das System anzuschließen, das im April in Betrieb genommen werden soll. Als vorbildlich gilt in Polizeikreisen hingegen Rheinland-Pfalz. Bei der Mehrzahl der Länder sind die Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen.

Hessen hat bei der Innenministerkonferenz der Länder bereits vorsorglich angekündigt, die geplanten Starttermine für INPOL-neu möglicherweise nicht einhalten zu können. Für eine Übergangszeit von mehreren Monaten soll beim BKA das alte Computer-System schon aus Sicherheitsgründen weiterhin mitlaufen. Kenner der Materie gehen von zusätzlichen Kosten in zweistelliger Millionenhöhe aus, um allein die hessische Polizei mittelfristig mit neuen Computerarbeitsplätzen auszurüsten. Das bisherige Arbeitsplatzsystem "Hepolas" in den hessischen Revieren ist für die neue Anforderung nicht ausgelegt.

INPOL-neu soll das 1972 eingeführte und seitdem mehrfach erweiterte Informationssystem INPOL ablösen, über das die Polizeibehörden in den einzelnen Bundesländern bislang ihre Daten mit dem BKA ausgetauscht haben. Hier werden unter anderem Angaben über Straftäter, Kriminalakten, Fälle und Haftstrafen gesammelt. Hauptproblem ist nach Bernsees Angaben, dass das neue, auf der Netzwerktechnologie aufgebaute System nicht mit den UNIX- Computersystemen der Länder kompatibel ist. Das neue System benötigt wesentlich mehr Eingabeterminals in der Fläche als das bisherige.

Etliche Länder hätten Bedeutung und Folgen des neuen Computersystems unterschätzt, sagte Bernsee. Zudem fehle es den Behörden in den Ländern an Computerexperten, weil diese in der freien Wirtschaft deutlich höhere Gehälter erhielten. Etliche gute Leute seien in der Vergangenheit abgeworben worden. (PC-WELT, 04.01.2001, dpa/ pk)

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