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Polizei-Razzia gegen Napster-User

16.02.2001 | 15:57 Uhr |

In Belgien haben Napsterfans nichts zu lachen. Die Polizei führte landesweit Razzien gegen Napster-User durch, um Verstöße gegen das Urheberrecht aufzudecken. Dies obwohl das Europa-Parlament erst kürzlich die Entscheidung getroffen hatte, dass Kopien zum privaten Gebrauch legal sind.

In Belgien haben Napsterfans nichts zu lachen. Die Polizei führte landesweit Razzien gegen Napster-User durch, um Verstöße gegen das Urheberrecht aufzudecken. Dabei wurde vielfach Hardware beschlagnahmt.

Bereits seit Dezember ging die Polizei gegen "Musikliebhaber" vor, die auf Musik-Tauschseiten Dateien zum Download anboten. Auslöser waren Beschwerden der belgischen Musik-Industrie, dass dadurch permanent gegen Urheberrechte verstoßen würde.

Die neuen Polizeiaktionen richteten sich nun auch gegen Napster-Fans und Nutzer der Website mp3blast.com, die derzeit gesperrt ist. Allerdings reiche das Verdachtsmaterial dafür aus, Tausende von Urheberrechtsfrevlern auf die Spur zu kommen, wie Marcel Heymans, Direktor des belgischen Büros der International Federation of the Phonographic Industry warnte.

Bei der Großaktion wurde eine nicht genannte Anzahl an Wohnungen durchsucht und umfangreiche Computer-Ausstattungen konfisziert, wie der Sprecher des Justiz-Ministeriums bekannt gab. Allerdings sei man nicht auf der Jagd nach "kleinen Fischen" gewesen, sondern habe besonders die großen Anbieter und Provider im Auge gehabt. Dies gab Justizminister Marc Verwilghen bekannt.

Das Pikante daran: Am Mittwoch hatte das Europa-Parlament die Entscheidung getroffen, dass Kopien zum privaten Gebrauch legal sind (wir berichteten). Allerdings muss diese Entscheidung erst noch umgesetzt werden. (PC-WELT, 16.02.2001, hc)

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