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E-Mail-Accounts von Journalisten in China gehackt

05.04.2010 | 15:11 Uhr |

In China wurden offenbar E-Mail-Accounts von ausländischen Journalisten gehackt. Betroffen sind laut einem Bericht des Wall Street Journal mehrere Mail-Konten von Yahoo.

Die Postfächer der betroffenen Medienvertreter seien in den vergangenen Wochen nicht mehr zugänglich gewesen und hatten Fehlermeldungen wie "Probleme mit Ihrem Konto" angezeigt. Damit geht die Serie von Zensur- und Hackingvorfällen in dem Land weiter. Von wem die Hackerangriffe ausgingen ist bisher ungeklärt. Laut Yahoo-Technikern wurde einer der betroffenen E-Mail-Zugänge wieder zurückgesetzt und für den Besitzer freigeschaltet. Was aus den anderen Fällen wurde und ob ein Zusammenhang besteht, ist noch nicht klar. Auch Yahoo dürften noch keine Details vorliegen, wie das Unternehmen auf Nachfrage von pressetext angibt.

Alle betroffenen Konten gehören jedenfalls ausländischen Journalisten, die sich professionell mit China und damit verbundenen Themen beschäftigen. Auch in deren Umfeld sollen weitere Personen Probleme mit E-Mail-Accounts gehabt haben. Clifford Coonan, China-Korrespondent beim Independent und der Irish Times, berichtet, er habe Problem-Meldungen zu seinem Mail-Konto erhalten als er sich am Dienstag einloggen wollte. Ein anderer Reporter gibt an, schon im vergangenen Monat Fehlermeldungen erhalten zu haben.

Yahoo verurteilte in einer Stellungnahme alle Hackerangriffe und stellte in Aussicht, "angemessene Schritte im Falle von jeglichen Eingriffen" setzen zu wollen. Ob sich Yahoo mit ähnlichen Problemen konfrontiert sieht, wie das zuletzt bei Google der Fall war, ist offen. Ebenso bleibt weiterhin die Frage im Raum, ob Yahoo oder auch andere Unternehmen Googles Beispiel folgen werden und sich aus China zurückziehen.

(pte)

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