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Pokémon Go bedroht die Bundeswehr

28.07.2016 | 12:06 Uhr |

Die Bundeswehr hat Angst vor Pokémon Go. Gleich drei Problemfelder sehen die wackeren Landesverteidiger durch die Monsterjagd berührt.

Pokémon Go hat nun auch die Bundeswehr erreicht. Denn wie die Bundeswehr mitgeteilt hat, verirrten sich die ersten Pokémon-Go-Spieler auf militärisches Sperrgebiet. In einem Fall gerieten völlig vertieft auf ihr Smartphone starrende Spieler sogar in eine Schießübung mit scharfer Munition.
 
Genau genommen hat die Bundeswehr drei Problemfelder entdeckt: Spionage durch als Pokémon-Go-Spieler getarnte Spione, Unfall-Gefahr für die Spieler und das Problem, dass sich Pokémon Go spielende Soldaten lokalisieren lassen.
 
Die Bundeswehr redet nun mit Niantic darüber, dass diese in Zukunft keine Pokémon, Pokéstops und Arenen auf militärischem Sperrgebiet mehr platziert. Denn Spione und Terroristen, die Details von militärischer Ausrüstung oder von militärischen Einrichtungen ausspionieren wollen, könnten sich als ahnungslose Pokémon-Go-Spieler tarnen. Und mit der Smartphonekamera bewaffnet verbotene Aufnahmen machen. Außerdem besteht die Gefahr, dass Spieler beschossen werden, wenn sie über eine Schießanlage stolpern. Einen derartigen Vorfall soll es bereits gegeben haben, wie der Wehr-Blog "Augen geradeaus!" berichtet. Oder dass die Spieler von einem Militärfahrzeug an- oder überfahren werden – einen Pokémon zwischen ratternden Panzerketten zu finden, dürfte wenig erquicklich sein.

So spielen Sie Pokémon Go: Fragen und Antworten (FAQ)

Soldaten wiederum dürfen natürlich Pokémon Go spielen. Aber nur in ihrer Freizeit. Der Panzerfahrer darf also nicht auf sein Smartphone starren und kleine Monster jagen, während er seinen über 60 Tonnen schweren Leopard 2 durchs Gelände steuert. Zudem fürchtet die Bundeswehr besonders, dass der Standort von spielenden Soldaten ausgespäht werden könnte.
 
Bundeswehr: Munition reicht nur für zwei Tage
 
Dieses Video zeigt die Pressekonferenz des Bundeswehr zu diesem Thema. Der Bundeswehrsprecher macht dabei keinen besonders souveränen Eindruck.

Pokémon Go ist die neueste Herausforderung, mit der sich die notorisch an der Belastungsgrenze stehende Bundeswehr konfrontiert sieht. Zuletzt wurde bekannt, dass die Munition der Bundeswehr für einen Kampf von Nato-Großverbänden nur für zwei Tage reichen würde. Von den vielen technischen Problemen wie nicht flugbereite Flugzeuge und Panzer ohne Kanonen ganz zu schweigen.

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