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Pluto: Eisvulkane entdeckt und trudelnde Monde

10.11.2015 | 11:55 Uhr |

Auf Pluto scheint es Eisvulkane zu geben, die einst Wassereis, Stickstoff, Ammoniak oder Methan ausgeworfen haben. Zudem trudeln die meisten Monde von Pluto ziemlich wild um den Zwergplaneten.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat Neuigkeiten zu Pluto veröffentlicht. Sie stammen wie auch alle anderen Entdeckungen der letzten Monate von der Raumsonde New Horizons , die am 14. Juli 2015 an Pluto vorbeigeflogen ist und sich jetzt auf dem Weg Richtung Kuipergürtel befindet. Der Kuipergürtel befindet sich von der Erde aus gesehen außerhalb der Umlaufbahn des Planeten Neptun. Er besteht aus vielen Himmelskörpern und Kometen. New Horizons nimmt innerhalb des Kuipergürtels das Objekt KBO 2014 MU69 (KBO steht für Kuiper Belt Object) genauer ins Visier, wie die NASA mitgeteilt hat. Im Januar 2019 soll New Horizons dieses Himmelsobjekt erreichen, das mehr als eine Milliarde US-Meilen (1,6 Milliarden Kilometer) von Pluto entfernt ist, und dann hoffentlich wieder viele spannende Daten und Fotos zur Erde senden. Vorausgesetzt, die Mission wird genehmigt. Doch zurück zu Pluto.

Eisvulkane

Rund 50 neue spannende Objekte haben die NASA-Wissenschaftler auf den New-Horizons-Aufnahmen von Pluto und dessen Monden ausgemacht. Das Highlight unter den Entdeckungen sind zwei Berge mit Kratern auf den Gipfeln, die sich in der Nähe des Südpols von Pluto befinden. Darin wollen die Forscher Eisvulkane, so genannte Kryovulkane, erkennen, die in der Vergangenheit aktiv waren.

Die beiden Kraterberge kann man auf einem zusammengesetzten Foto erkennen, das eine 3D-Karte der Oberfläche von Pluto zeigt. Beide Berge sind mehrere Kilometer hoch. Einen der Berge tauften die Forscher auf den Namen Wright Mons: Er soll 2 Meilen (3,2 Kilometer) hoch sein. Der andere Vulkan heißt Piccard Mons und ist 3,5 Meilen (5,6 Kilometer) hoch.

Der vermutete Eisvulkan Wright Mons
Vergrößern Der vermutete Eisvulkan Wright Mons
© NASA

Anders als auf der Erde würde so ein Vulkan auf dem Zwergplaneten Pluto keine Lava auswerfen, sondern eine Mischung aus geschmolzenem Wassereis, Stickstoff, Ammoniak oder Methan. An der Pluto-Oberfläche würde das ausgeworfene Material dann gefrieren.

Solche Eisvulkane kennen Astronomen von einigen Monden von Saturn oder Neptun. Ob es sich bei den beiden Bergen auf Pluto aber tatsächlich auch um Eisvulkane handelt, steht noch nicht zweifelsfrei fest. Insbesondere wissen die NASA-Forscher nicht, woher Pluto die nötige Wärme in seinem Inneren nehmen soll, um halbgetautes Material auszuspeien. Anscheinend besitzt Pluto aber eine innere Wärmequelle. Eine wilde Spekulation hierzu ist die, dass die Wärme vom Zerfall radioaktiven Materials im Inneren von Pluto stammen soll.

Monde rotieren wild und trudeln um Pluto

Der Zwergplanet Pluto besitzt fünf Monde: den großen Charon und die vier kleineren Styx, Nix, Kerberos und Hydra. Zu den Pluto-Monden gibt es ebenfalls Neues zu berichten.

Die vier kleineren Pluto-Begleiter rotieren demnach schneller als erwartet. Der Mond Hydra zum Beispiel dreht sich 89 Mal um sich selbst während einer Pluto-Umrundung.

Die Monde von Pluto
Vergrößern Die Monde von Pluto
© NASA

Teilweise rotieren die Monde sogar chaotisch, sie würden in ihrer Bahn regelrecht trudeln. Das könnte daran liegen, dass zumindest Kerberos und Hydra durch Kollisionen aus mehreren älteren Monden entstanden seien.

 


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