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Playstation 3: Flop trotz 2 Millionen ausgelieferter Konsolen?

16.01.2007 | 12:15 Uhr |

Sony hat nun auch in Japan die einmillionste Playstation 3 ausgeliefert. Damit summiert sich die Zahl der in Nordamerika und Japan verschifften Konsolen auf zwei Millionen. Dass aber ausgelieferte Konsolen nicht gleichbedeutend mit verkauften Geräten sind, lassen Daten der Marktforscher vermuten.

Die Playstation 3 - jahrelang baute Sony einen Hype um die Konsole auf, der seinesgleichen sucht. Seit November 2006 ist sie nun in Nordamerika und Japan erhältlich und war zum Verkaufsstart schwieriger zu bekommen, als Eiswürfel in der Sahara. Nun hat Sony die Auslieferung der einmillionsten Playstation 3 in Japan gemeldet , zusammen mit dem nordamerikanischen Markt sind es rund 2 Millionen. Top oder Flop? Diese Frage stellt sich unweigerlich, wenn man nun die Daten hinsichtlich der tatsächlich verkauften Konsolen zu der ausgelieferten Menge in Beziehung setzt. Und sollten diese Daten auch nur annähernd stimmen, gibt es die Playstation 3 in den USA und Japan in rauen Mengen - nur keiner will sie haben.

So meldete die NPD Group , dass bis Ende Dezember in den USA insgesamt 687.300 Playstation 3 verkauft wurden. Für Ende des Jahres meldete Sony auch die einmillionste ausgelieferte Playstation 3 für Nordamerika. Selbst wenn man die (nicht bekannten) Verkaufszahlen für Kanada mit einbezieht, dürften einige hunderttausend Konsolen in Nordamerika in den Geschäften auf einen Käufer warten. Entsprechende Berichte in Foren von Anwendern, die in den USA eine Playstation 3 ohne Probleme im Geschäft kaufen konnten, häufen sich. Und dies ist ungewöhnlich für eine Konsole, so kurz nach deren Marktstart.

Die Zahlen für Japan sehen dabei allerdings noch düsterer aus. Laut Media Create sind dort seit Erscheinen der Playstation 3 rund 530.000 Konsolen auch tatsächlich verkauft worden. Dies würde bedeuten, dass derzeit rund eine halbe Million Playstation 3 in Japan in den Geschäften auf Halde liegen.

Einigermaßen decken würden sich die schlechten Verkaufszahlen mit der Zahl der Kunden, die in Japan und Nordamerika beim Playstation Network (dem Äquivalent zu Xbox Live) angemeldet sind. So haben sich laut Sony bislang über 500.000 Anwender für den Service registriert. Da davon auszugehen ist, dass ein sehr großer Teil der Playstation-3-Besitzer auch deren Online-Funktionalitäten nutzen möchte, würde die Zahl der registrierten Nutzer gut zu den Media-Create- beziehungsweise NPD-Group-Daten passen.

Derartig schlechte Durchverkaufszahlen (so sie denn annähernd korrekt sind) wären aber nicht nur für Sony ein Desaster, auch für Software-Hersteller bedeutet dies vor allem eins: weniger Umsatz. Denn umso weniger Konsolen im Handel sind, desto weniger häufig werden entsprechende Titel verkauft. Bei Herstellungskosten von mehreren Millionen Dollar pro Spiel kann sich somit ein mauer Start einer Konsole empfindlich auf die Einnahmesituation auswirken.

Ein Urteil darüber, ob die Playstation 3 ein Flop ist, oder nicht, wäre aber verfrüht. Schließlich kann sich das Blatt schnell wenden. Ein Beispiel hierfür wäre der Sieg von Blu-ray über HD-DVD, denn damit wäre die Playstation 3 der günstigste Blu-ray-Player am Markt, oder eine deftige Preissenkung für die Konsole, um sie für ein breiteres Publikum attraktiv zu machen. Auf den wichtigsten Punkt jedoch macht IDC-Analyst Billy Pidgeon im Gespräch mit dem Branchenmagazin gamesindustry.biz hin: Demnach sei es nach den enttäuschenden Verkaufszahlen für Sony nun imminent wichtig, ansprechende Spiele zu entwickeln. "Sony benötigt mehr Must-Have-Titel von First-Party-Entwicklern. Spieler wissen, dass Halo 3 für die Xbox 360 kommt und sie können Mario für die Wii erwarten, aber außer Gran Turismo gibt es keinen etablierten First-Party-Titel für die Playstation 3 - und dieser wurde verschoben", so Pidgeon.

Ein Kommentar seitens Sony zum Missverhältnis zwischen den ausgelieferten Konsolen und den tatsächlich verkauften Einheiten steht noch aus. Sobald dieser vorliegt, werden wir Sie an dieser Stelle darüber informieren.

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