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Playstation 3: Bundle-Praxis in den USA nervt Kunden offenbar

20.12.2006 | 13:22 Uhr |

Anders als in Deutschland ist es in den USA durchaus üblich, knappe Güter wie derzeit die Nintendo Wii oder die Playstation 3 lediglich in Form von Bundles (mit Spielen und weiterem Hardware-Zubehör) anzubieten, die locker über 1000 US-Dollar kosten. Doch während derartige Angebote bei der Einführung der Xbox 360 innerhalb kürzester Zeit vergriffen waren, übt sich die Kundschaft bei ähnlichen Plystation-3-Offerten in Zurückhaltung.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in den nächstgelegenen Elektromarkt und möchten beispielsweise eine Playstation 3 kaufen. "Kein Problem", meint der Verkäufer, "Sie bekommen die Konsole aber nur, wenn Sie noch vier Spiele und einen zusätzlichen Controller dazu nehmen". Was bei uns (noch) undenkbar wäre, ist in den USA bereits Gang und Gäbe. Dort werden rare Güter oft nur als Bundle angeboten und zudem noch mit einem Preisaufschlag versehen. Das Unternehmen Notifywire hat sich darauf spezialisiert, rare Güter (wie derzeit Nintendos Wii oder die Playstation 3) in normalen Online-Shops aufzuspüren. Sind diese verfügbar, erhalten Nutzer des Service eine Mail, die sie darauf hinweist, dass beispielsweise Walmart gerade eine Wii auf Lager hat. Dieser Service ist vor allem für diejenigen Kunden interessant, die (teure) Umwege über Ebay & Co. vermeiden wollen, oder Online-Auktionshäusern grundsätzlich nicht trauen.

Mit dem Start der Playstation 3 ist nun auch ein Vergleich mit der Xbox 360 möglich, zumindest was die Beliebtheit von Bundle-Angeboten beziehungsweise deren Akzeptanz angeht. Denn laut Notifywire stapeln sich derzeit Playstation-3-Bundles in diversen US-Shops, dies lässt die Kunden aber offensichtlich kalt, so das Unternehmen gegenüber der Website gamesindustry.biz . "Ich denke, wir haben einen Punkt erreicht, an dem die Leute keinen Aufschlag für eine Konsole zahlen wollen oder gezwungen werden, ein Bundle zu nehmen", so Ian Drake, Präsident von Notifywire gegenüber der Site.

Interessant ist dabei der Vergleich mit dem Start der Xbox 360. Auch damals gab es Bundle-Angebote, bestehend aus der Konsole und mehreren Spielen, die rund 1000 US-Dollar kosteten. Diese Offerten waren damals laut Drake innerhalb von Minuten ausverkauft. Bei der Playstation 3 jedoch sind gleich teure Angebote bereits seit mehr als 14 Stunden online und immer noch verfügbar.

Daraus ein mangelndes Interesse an der Playstation 3 zu konstruieren wäre aber unredlich. In erster Linie zeigt der Vergleich, dass sich US-Anwender nun nicht mehr vorschreiben lassen wollen, was sie kaufen sollen/dürfen, sondern vielmehr selbst auswählen möchten.

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