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Plattenbosse müssen vor den Kadi

10.08.2000 | 11:08 Uhr |

Die großen Plattenfirmen in den USA werden sich schon bald wieder im Gerichtsaal treffen. Diesmal allerdings nicht als Ankläger von Napster. CNN meldet, dass Bertelsmann, EMI, AOL/TimeWarner, Sony und Seagram diesmal auf der Anklagebank sitzen werden. Die fünf Großen sind von 26 US-Bundesstaaten verklagt worden, Millionen Kunden CDs zu überhöhten Preisen verkauft zu haben. Auch einige Einzelhändler werden sich vor Gericht verantworten müssen.

Die Plattenfirmen der RIAA (siehe Glossar) werden sich schon bald wieder vor Gericht treffen. Diesmal allerdings nicht als Ankläger von Napster. CNN meldet, dass Bertelsmann, EMI, AOL/TimeWarner, Sony und Seagram diesmal auf der Anklagebank sitzen werden. Die fünf Großen sind von 26 US-Bundesstaaten verklagt worden, Millionen Kunden gezwungen zu haben, CDs zu überhöhten Preisen zu kaufen. Mitangeklagt sind auch einige große Einzelhändler.

Kern der Anklage ist der Vorwurf der illegalen Preissetzungen, so sei der Preis von CDs künstlich hoch gehalten worden. "Die illegale Aktionen der Plattenfirmen und der Händler waren keine Musik in den Ohren der Öffentlichkeit", so der Anwalt des Staates New York Eliot Spitzer gegenüber CNN. Und er betont, dass "wegen dieser Verschwörung Millionen von Konsumenten überzogene Preise gezahlt hätten, um CDs von Künstlern wie Santana, Whitney Houston, Madonna und Eric Clapton zu kaufen."

Erst vor kurzem hatte die Bundes-Handels-Behörde (FTC) eine Untersuchung gegen die Plattenfirmen zu diesem Thema abgeschlossen - ohne Folgen für die Musikindustrie. So hatte die FTC festgestellt, dass die Konsumenten in den letzten zweieinhalb Jahren 480 Millionen Dollar mehr für Musik ausgegeben haben, als es ohne die Politik der Plattenbosse nötig gewesen wäre.

Die Musikfirmen zahlen den Einzelhändlern die gesamte Werbung für einzelne Produkte. Im Gegenzug verpflichten sich die Einzelhändler, die CDs zu einem festgesetzten Preis zu verkaufen. Dieses MAP-System - Minimum advertising price - ist den Bundesstaaten nun ein Dorn im Auge. (PC-WELT, 09.08.2000, pk)

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