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Planet-Interkom an Tiscali verkauft

12.04.2001 | 15:14 Uhr |

Viag Interkom verkauft die Internet-Tochter planet-interkom an den italienischen Tiscali-Konzern. Nach der Komplettübernahme durch British Telecom ist der Verkauf der Internet-Tochter nach der Abspaltung des Festnetzgeschäfts der letzte Schritt auf dem Weg zum reinen Mobilfunkunternehmen.

Viag Interkom verkauft die Internet-Tochter planet-interkom an den italienischen Tiscali-Konzern. Der Kaufpreis betrage insgesamt 77,6 Millionen Euro, teilte die VIAG Interkom GmbH mit. Nach der Komplettübernahme durch British Telecom ist der Verkauf der Internet-Tochter für Viag Interkom nach der Abspaltung des Festnetzgeschäfts der letzte Schritt auf dem Weg zum reinen Mobilfunkunternehmen. Tiscali sieht sich nach der Übernahme als viertgrößter Internet Service Provider in Deutschland.

Bei planet-interkom können sich die Kunden über das so genannte "Internet-by-Call"-Verfahren ohne Grundgebühr ins weltweite Netz einwählen. Nach Angaben Tiscalis hatte das Unternehmen zuletzt etwa 685.000 aktive Nutzer. Eine Umsatzzahl wollte Viag Interkom nicht bekannt geben. Der Verkauf bedeute "nicht den Abschied aus dem Internet", betonte Viag Interkom-Chef Maximilian Ardelt. Vielmehr wolle man sich auf mobile Anwendungen konzentrieren.

Den Kaufpreis bezahlt Tiscali zum größeren Teil mit eigenen Aktien. Der Baranteil beträgt 15 Millionen Euro. Tiscali sieht sich als eines der größten und am schnellsten wachsenden Internet-Unternehmen in Europa. Ende März lag die Zahl der aktiven Nutzer laut Mitteilung bei sechs Millionen. Die Firma ist seit Oktober 1999 am Nuovo Mercato notiert, dem italienischen Pendant zum Neuen Markt.

Bei VIAG Interkom stiegen die Verluste im vergangenen Jahr auch wegen des Finanzierungsaufwands für die UMTS-Lizenz leicht auf 1,6 Milliarden Mark. Der Umsatz kletterte von 1,7 auf 3,1 Milliarden Mark. Nach der Komplettübernahme durch British Telecom - bisher waren auch der E.ON-Konzern und die norwegische Telenor beteiligt - will sich das Unternehmen ganz auf das Handygeschäft konzentrieren und um einen Rang zum drittgrößten Mobilfunkbetreiber in Deutschland aufsteigen. (PC-WELT, 12.04.2001, dpa/ ml)

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