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Planen Aufständische im Irak Angriffe mit Hilfe von Google Earth?

15.01.2007 | 16:44 Uhr |

Aufständische im Irak scheinen Google Earth zur Vorbereitung von Angriffen auf alliierte Truppen einzusetzen. Zumindest berichten das diverse englischsprachige Medien unter Berufung auf Kartenfunde, die britische Soldaten in den letzten Tagen bei Razzien machten. Angeblich denken einige Soldaten ihrer Majestät sogar darüber nach, Google im Schadensfall zu verklagen.

Mit Google Earth ( aktuell ist die Version 4 ) lässt sich bequem in Nachbars Garten schauen. Das haben offensichtlich auch Widerstandskämpfer im Irak bemerkt. Britische Truppen stellten nämlich letzte Woche bei Razzien in der südirakischen Stadt Basra Ausdrucke von Karten aus Google Earth sicher. Auf dem Basar in Basra sollen solche Ausdrucke sogar verkauft werden.

Britische Sicherheitsexperten gehen nach Sichtung des erbeuteten Kartenmaterials davon aus, dass die Aufständischen mit Hilfe von Google Earth geeignete verletzliche Ziele wie Mannschaftszelte, Waschräume und Toiletten sowie Abstellplätze für leicht gepanzerte Geländefahrzeuge in den Lagern der britischen Armee einzugrenzen versuchen. Diese Ziele könnten dann beispielsweise mit Mörsern unter Feuer genommen werden. Auf einem der sicher gestellten Ausdrucke waren die Längen- und Breitengrade des Gebäudes von Hand geschrieben, was diesen Verdacht erhärtet. Mörserangriffe gehören für die britischen Soldaten im Irak zu den alltäglichen Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind.

Ein Sprecher von Google meinte dazu nur, dass die durch Google Earth bereit gestellten Informationen für gute wie für schlechte Zwecke genutzt werden könnten. Man sei aber offen für die Wünsche von Regierungen.

In Basra sind derzeit unter anderem Angehörige der Royal Green Jackets , einem Infanterieregiment der britischen Armee, stationiert. Einige dieser Soldaten wollen nach Medienberichten Google verklagen, falls sie mit Hilfe von Google Earth beschossen und verletzt werden sollten.

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