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"Pink Slip Parties" jetzt auch in Deutschland

19.04.2001 | 11:37 Uhr |

Die Party-Szene im Rhein-Main-Gebiet ist demnächst um eine Farbe reicher. "Pink Slip Party" heißt ein neues Ausgeh-Angebot aus den USA, das am 17. Mai in Frankfurt Premiere haben soll.

Um rosa Dessous geht es dabei jedoch nicht: "Pink Slip" heißen in den USA die Kündigungsschreiben, die immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Firmen der New Economy ins Haus flattern. Schnell gegründet, schnell pleite - dieses Schicksal ist in der Startup-Szene inzwischen weit verbreitet.

In den USA locken nun "Pink Slip Parties" frisch Gefeuerte und Arbeitgeber der dot.com-Branche gemeinsam ins pralle Nachtleben. Diese Form der Job-Börse soll nun auch in Deutschland Fuß fassen.

Initiator Frank Lichtenberg, selbst Chef eines Startup-Unternehmens und Leiter des Arbeitskreises "Start-Ups" im Verband der deutschen Internetwirtschaft, rechnet für den 17. Mai mit etwa 800 Gästen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet. Die erste Frankfurter "Pink Slip Party" steigt im "Palast der Republik", einem 1100 Quadratmeter großen ehemaligen Fliesenlager im Frankfurter Ostend. Auch hier - früher das Dorado der Startup-Branche - stehen inzwischen einige Büroetagen leer.

"Wir haben jede bekannte Personalberatungsfirma und viele renommierte Unternehmen eingeladen", erklärt Lichtenberg. "Die Pink Slip Parties sind eine gute Möglichkeit, sich in lockerer Atmosphäre auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen." Etwa 120 Partygänger hätten sich schon angemeldet.

Anmeldung mit Angaben zu Alter und Beruf muss sein, denn diese Informationen werden an potenzielle neue Arbeitgeber weitergeleitet. Drei Viertel der Interessenten gaben an, ihren Job bereits verloren zu haben. Die übrigen sind laut Lichtenberg "besorgt" um ihren Arbeitsplatz oder einfach nur neugierig.

Eintritt und im Rahmen des Möglichen auch Cocktails und Kulinarisches sind für "Pink Slippers" kostenlos. Finanziert wird der Abend von Sponsoren und zahlenden Gästen, die den Markt nach neuen Mitarbeitern durchkämmen wollen. Mindestens ein rosa Detail muss jeder Jobsucher an sich haben. Aber auch diejenigen, die einen Job zu vergeben haben, sind erkennbar: Bei ihnen genügt jedoch ein rosa Punkt am Revers.

Frankfurt ist wie Hamburg, Berlin und München eines der Zentren der deutschen Internetwirtschaft. Auch in diesen Städten bietet Lichtenberg "Pink Slip Parties" an. Start ist am 30. April in den Berliner Reinbeckhallen. Weiter geht es mit Frankfurt, dritte Station ist am 31. Mai das Münchener Nachtwerk, und am 14. Juni trifft man sich in Hamburg in den Sortierhallen eines ehemaligen Postamtes. Danach wird die Party alle zwei Wochen wiederholt, so dass in jeder der vier Städte alle zwei Monate getanzt und gekungelt werden kann.

Wenn Lichtenbergs Konzept aufgeht, wollen andere Frankfurter Veranstalter möglicherweise nachziehen. "Wenn der Trend aus Amerika kommt und gut läuft, könnten wir uns das hier auch vorstellen", meint etwa Goran Petreski von der Frankfurter "Studio Bar". Dort hat man bereits mit den inzwischen etablierten "After-Work-Parties" gute Erfahrungen gemacht. (PC-WELT, 19.04.2001, dpa/ lb)

www.pinkslipparty.de

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