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Photokina: Trends im Consumer-Markt

Morgen startet in Köln die Photokina. Bis zum 3. Oktober werden dann wieder die neusten Trends und Produkte rund ums digitale und analoge Bild gezeigt. Wir haben uns bei den Veranstaltern schon einmal umgehört, welche Trends den Consumer-Markt in der nächsten Zeit beherrschen werden.

Am morgigen Dienstag startet in Köln die Photokina . Bis zum Sonntag (3. Oktober) werden dann wieder die neusten Trends und Produkte rund um das Thema "Imaging" gezeigt. In diesem Jahr stellen nach Angaben des Veranstalters Koelnmesse 1.589 Anbieter aus 50 Ländern auf 200.000 Quadratmeter Hallenfläche aus. Das bedeutet einen Ausstellerzuwachs von drei Prozent im Vergleich zum letzten Jahr. Die meisten Neulinge kommen aus Fernost, Osteuropa und dem europäischen Ausland. Der Anteil ausländischer Aussteller beträgt damit 61 Prozent. Wir haben uns bei den Veranstaltern einmal umgehört, welche Trends den Consumer-Markt in der kommenden Zeit beherrschen werden.

Fotografieren mit Spiegelreflexkameras: Bewegungen nur im digitalen Bereich

Im Bereich Digitalfotografie mit Spiegelreflex-Modellen verzeichnen Veranstalter und Hersteller ein wachsendes Interesse der Privatanwender an digitalen Spiegelreflexkameras. So hätte sich der Absatz dieser Modelle im ersten Halbjahr 2004 gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum im Jahr 2003 verfünffacht. Die Gründe lägen vor allem im erschwinglichen Preis der heute am Markt verfügbaren Spiegelreflexmodelle, so die Koelnmesse. Einsteigermodelle sind mittlerweile schon für weniger als 1.000 Euro zu haben. Aber auch für Digital-Modelle aus dem semiprofessionellen und Profibereich seien Privatanwender immer mehr zu begeistern.

Bei den analogen Spiegelreflexmodellen vermelden die Veranstalter der Koelnmesse keine spektakulären Bewegungen am Markt. Nichtsdestotrotz: Die analogen Kameras, die Objektive und die Filme seien besser denn je und haben immer noch glühende Anhänger und treue Käufer. Viel versprechend sind in dieser Hinsicht die ersten "Symbiose"-Modelle, die den Analog-Verfechtern wohl auch den Einstieg in die Fotografie ohne Film erleichtern sollen. So zeigt Leica auf der Photokina ein digitales Rückteil für seine analogen Spiegelreflexkameras R8 und R9. Das Modul wurde zusammen mit Kodak und Imacon entwickelt.

Digitalfotografie: Was zählt sind Design und innovative Technologien

Bei den im Bereich der Privatfotografie eher verbreiteten "normalen" Digicams zählen laut Koelnmesse als Kaufkriterien vor allem das Design und die gebotene Auflösung. Diesen Wünschen kommen die Hersteller entgegen, indem sie vermehrt schicke Kompaktkameras mit Zoomobjektiv auf den Markt bringen und die Feinabstimmung der Megapixelklassen immer weiter verfeinern. In punkto Megapixel war die 7-Megapixel-Klasse bislang das fehlende Glied, so die Messeveranstalter. Diese Lücke wird künftig unter anderem von Sony , Canon , Pentax und Olympus geschlossen, die solche Modelle auf der Photokina zeigen.

Bei Privatanwendern beliebt seien außerdem so genannte Bildstabilisatoren, die die auf optischen oder elektronischen Weg Verwacklungen bei der Aufnahme ausgleichen. Neben dem Vorreiter Canon wird diese Technologie nach Angaben der Koelnmesse auch bei anderen Herstellern zu sehen sein. Darunter zum Beispiel Konica Minolta , Pentax, Nikon , Panasonic und Sigma .

Der Trend bei Digitalkameras geht aber nicht nur zu mehr Innovation, sondern auch - wie bei den Spiegelreflexmodellen - hin zu "Symbiose"-Geräten. So zeigt zum Beispiel JVC Kombination aus Digitalkameras und MPEG2-Rekordern ( wir berichteten ).

Fotohandys mausern sich zu Schnappschuss-Instrumenten

Für Schnappschüsse steigen bei Privatanwendern Fotohandys auf der Beliebtheitsskala, so die Koelnmesse. Wen wundert's: Im Vergleich zu den Anfangstagen werden die Auflösungen immer besser. So sind auf dieser Photokina Fotohandys mit ein bis drei Megapixeln zu sehen - vor allem bei den großen Herstellern, wie Nokia , Samsung und Sony Ericsson . Diese haben allen Grund dazu, die Modelle weiter zu optimieren. Laut Koelnmesse sollen bis zum Jahresende insgesamt 200 Millionen Schnappschuss-taugliche Handys verkauft werden - Traumzahlen angesichts des stagnierenden Marktes für "Normalhandys". Die Geräte entwickeln sich nach Angaben des Messeveranstalters zu "Immer-dabei-Schnappschuss-Kameras".

Die auf der Photokina ausgestellten Handys der neuen Generation haben einen größeren Monitor und einige sogar ein Zoomobjektiv eingebaut. Und das Engagement der Hersteller in diesem boomenden Zukunftsmarkt bleibt viel versprechend. Der japanische Hersteller Pentax will laut Koelnmesse zukünftig Digicam-Sensoren für Handsets produzieren. Carl Zeiss hat nach Angaben der Veranstalter ein Kameramodul für Fotohandys mit einem hochwertigen Bildsensor und integriertem Bildverarbeitungsprozessor entwickelt. Und Innovation in punkto Druck der Schnappschüsse wird bei Fujicolor zu sehen sein: Der Hersteller zeigt nach eigenen Angaben, wie man von modernen Kamerahandys gute Prints bekommt. Dazu verleihen die Japaner Fotohandys von Siemens und drucken die Schnappschüsse nach der Knipstour aus.

Apropos Druck: Obwohl noch einiges um teurer als vom Fotolabor, Fotos am heimischen Drucker ausdrucken ist laut Koelnmesse beliebter denn je. Das läge an den immer leistungsfähigeren Geräten, der immer komfortableren Bedienung und den damit verbundenen immer überzeugenderen Bildergebnissen - das auch Dank der Entwicklungen bei Inkjet-Papieren, Druckköpfen und Tinten. So zeigt Canon auf der Photokina mit dem PIXMA iP5000 den nach eigenen Angaben ersten Drucker mit nur noch einem Pictoliter großen Tintentropfen ( wir berichteten ).

Ebenfalls nicht verwunderlich: Die Fotoindustrie will vom Kamerahandy-Boom eine dicke Scheibe abhaben. So hoffen die Hersteller laut Koelnmesse vor allem bisher Fotografieabstinente junge Menschen für das Knipsen begeistern zu können. Man setzt darauf, dass diese Zielgruppe bald nach besserer Bildqualität verlangt und zu "echten" Digitalkameras höherer Preis- und Leistungsklassen greifen wird.

Heimkino: Projektoren und LCD-/Plasmadisplays lösen den Fernseher ab

Immer mehr Privatanwender rüsten ihr Wohnzimmer zum Kinosaal. Den Grund sehen die Veranstalter der Photokina in der breiten Ausrüstung der Bevölkerung mit DVD-Playern, die neben Filmen auch Fotos auf den Fernsehschirm bringen und mittlerweile auch mit Steckplätzen für gängige Speicherkarten aufwarten. Zudem gäbe es heute portable Mini-Projektoren mit Lichtleistungen von 1.300 ANSI-Lumen und mehr - und das zu recht erschwinglichen Preisen. So zeigt beispielsweise Panasonic den PT-AE700E mit nach eigenen Anagaben volldigitaler Schnittstelle, maximal fünf Metern Bilddiagonale und 1.000 ANSI-Lumen Strahlleistung für knapp 2.000 Euro.

Ebenfalls hoch in der Gunst der Privatanwender stehen LCD- und Plasmafernseher, so die Veranstalter der Photokina. Den Grund sehen Sie auch hier in fallenden Preisen bei brillanter Bildqualität.

Auf einen Blick: Produkte & Events auf der Photokina (PC-WELT Online, 24.9.2004)

Photokina: Interessante Events für Privatanwender (PC-WELT Online, 24.9.2004)

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