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Photo2Search: Microsoft-Forscher werkeln an Suchabfragen per Bildern

18.04.2006 | 15:46 Uhr |

Wieso einer Suchmaschine umständlich per Wörtern erklären, was man eigentlich sucht, wenn es auch einfacher mit einem Bild geht. Da will man Infos zum Eifelturm in Paris und statt die Suchmaschine danach zu Fragen, wird einfach ein Bild hochgeladen, auf dem der Eifelturm zu sehen ist. Eine solche Technologie erforschen Microsofts Forscher gerade unter dem Namen "Photo2Search".

Microsofts Forscher werkeln zumeist hinter verschlossenen Türen an unzähligen Technologien. Ab und zu wagen sie sich an die Öffentlichkeit und geben einige Infos zu ihren Projekten preis.

So erläutert Xing Xie, Forscher bei Microsoft Research Asia, sein aktuelles Projekt "Photo2Search" in einem Artikel auf Microsofts Research-Website . "Photo2Search" soll es Anwendern irgendwann in der Zukunft erlauben, mittels eines Bildes Suchabfragen im Internet zu stellen.

Klingt kompliziert, daher ein Beispiel: Sie stehen vor einem Restaurant und wissen nicht, ob es gut ist. Mittels "Photo2Search" wird es genügen, schnell die Handy-Kamera zu zücken, ein Bild vom Restaurant zu machen, um dann über das Internet zu erfahren, was andere Menschen über dieses Restaurant denken. Was taugt ein neuer Kino-Film? Ein Bild vom Film-Plaket geknipst und schon kann im Internet eine Antwort auf die Frage gefunden werden.

Laut Angaben von Xie steckt hinter "Photo2Search", an dem schon seit Ende 2004 gearbeitet wird, der Grundsatz, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagt. Die Technologie soll es ermöglichen, die vom Anwender geknipsten Bilder mit digitalen Informationen des Webs zu verknüpfen.

Um auf das Beispiel mit dem Restaurant zurückzukommen: Für einen Anwender ist es vergleichbar umständlich über das Internet allein durch die Eingabe von Wörtern herauszufinden, ob das betreffende Restaurant nach Meinung der Internet-Gemeinde gut oder schlecht ist. Man muss den Namen des Restaurant eingeben, die Stadt und möglicherweise noch die Adresse. Dagegen ist der Ansatz, einfach über ein Bild die Informationen abzufragen, vergleichbar simpel und effizient. Ein Bild geknipst und in eine Online-Suchabfrage eingespeist und schon liefert die Suchmaschine mittels "Photo2Search" die gewünschten Ergebnisse.

Damit "Photo2Search" flott und effizient arbeiten kann, mussten neue Algorithmen entwickelt werden. Diese können nicht nur bei Bildern verwendet werden, sondern auch bei Sprache und Videos.

Wann und wie die Technologie irgendwann zum Einsatz kommen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Das Einsatzgebiet muss allerdings nicht auf eine Suchmaschine begrenzt sein. Als Beispiel wird genannt, dass man beispielsweise die Technologie auch in Microsofts Blog-Dienst MSN Spaces nutzen könnte. Sobald ein Blogger dort ein Bild hoch lädt, könnte die Technologie ermitteln, wo genau dieses Bild gemacht wurde. Nebeneffekt bei Handy-Kameras: Sie könnten für völlig neue und nützliche Einsatzgebiete genutzt werden und nicht mehr nur als nette Spielerei.

An neuen (Such-)Technologien werkelt auch Google. Erst kürzlich wurde vom US-Patentamt das von Google im Jahr 2001 eingereichte Patent "Voice interface for a search engine" anerkannt. Darin beschreibt Google, wie Anwender mittels Sprache eine Suchabfrage starten können. Statt Suchabfragen in die Tastatur zu hacken, könnte es also irgendwann in Zukunft möglich sein, der Google-Seite per PC-Mikrofon etwas zuzurufen.

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