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Phono-Industrie nimmt Yahoo China ins Visier

04.07.2006 | 11:32 Uhr |

Yahoo China sieht sich von einer Klage durch den Interessenverband der Phono-Industrie Ifpi bedroht. Die Musik-Bosse, darunter EMI, Sony BMG und Warner Music, sind verärgert, weil die chinesische Suchmaschine von Yahoo angeblich Websites als Treffer liefert, die Raubkopien von Liedern zum Download anbieten.

Die Musik-Industrie hat ein neues Opfer in Ihrem Kampf gegen Raubkopien entdeckt: Yahoo China. Die Ifpi (International Federation of the Phonographic Industries - der weltweite Interessensverband der Phono-Industrie) will die chinesische Yahoo-Niederlassung verklagen, weil deren Suchmaschine angeblich auf Websites verlinkt, die illegale Musikdateien zum Download anbieten, wie diverse US-Medien berichten.

Die Ifpi hofft aber, dass sich durch Verhandlungen mit Yahoo ein Rechtsstreit vor Gericht verhindern lässt. Sollten die Gespräche jedoch nicht erfolgreich im Sinne der Ifpi sein, so will der Interessensverband in den nächsten Woche Klage einreichen. Grundlage für die Klage soll ein erst seit dem 1. Juli 2006 geltendes chinesischen Gesetz sein, dass die Verbreitung von illegalen Kopien von Musikstücken, Filmen und anderen derartigen Inhalten über das Internet untersagt. Im Jahr zuvor hat die Ifpi bereits die chinesische Suchmaschine Baidu.com verklagt.

Zur Höhe des konkret durch Yahoos Verlinkung entstandenen Schadens wollte sich die Ifpi nicht äußern. Ähnliche Fälle in den USA hätten aber einen Streitwert von mehreren zehn Millionen US-Dollar gehabt, wie der Ifpi-Chef John Kennedy gegenüber amerikanischen Medien erklärte.

Yahoo ist in die China die zweitgrößte Suchmaschine nach dem chinesischen Eigengewächs Baidu.com. Yahoo Inc. hält 40 Prozent der Anteile an dem chinesischen Unternehmen.

Yahoo entschädigt Kunden für Klickbetrug (PC-WELT Online, 29.06.2006)

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