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Philips will Display aus Wasser und Öl bauen

21.04.2006 | 15:17 Uhr |

Philips will Display aus Wasser und Öl bauen

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat in seinen Forschungslaboren eine neue Displaytechnologie für mobile Endgeräte entwickelt. Das Verfahren mit dem Namen Electrowetting baut dabei auf Schichten aus Wasser und Öl sowie den Einsatz von elektronischer Spannung. Um die Labortechnologie kommerziell einsetzbar zu machen hat Philips gemeinsam mit dem Investment-Unternehmen New Venture Partners nun das Tochterunternehmen Liquavista gegründet.

"Liquavista wird den Displaymarkt für mobile Geräte revolutionieren", meint Mark Gostick, CEO von Liquavista, im Interview. Er glaubt, dass die speziellen Eigenschaften der Technologie für die derzeitigen Marktanforderungen bei mobilen Applikationen wie geschaffen sind. "Herkömmliche Displays von mobilen Geräten sind aufgrund ihrer mangelnden Strahlkraft im Freien nur eingeschränkt zu gebrauchen. Darüber hinaus sind gerade mobile Video-Applikationen wie Handy-TV wahre Energiefresser", so Gostick weiter.

Das neue Verfahren soll nach Meinung der Entwickler extrem energieschonend sein. Darüber hinaus soll es gleichzeitig eine hohe Leuchtintensität garantieren, welche die Verwendung auch bei direkter Sonneneinstrahlung möglich mache. Um die Anzeige eines Displays zu verändern, baut die Lösung auf die physikalischen Eigenschaften von Wasser und einer speziellen Ölflüssigkeit. Letztere liegt im Ausgangsstadium als gefärbte Schicht zwischen einem Wasserfilm sowie einem wasserabweisenden Isolator. Wird über die ebenfalls angebrachte reflektierende Rückelektrode elektrische Spannung erzeugt, drängt das Wasser die Ölschicht zurück und sorgt damit für die nötigen Farbveränderungseffekte. Die Helligkeit der Pixel ist von der Höhe der Spannung abhängig.

In einem ersten Schritt will das neu gegründete Unternehmen den kommerziellen Einsatz der Technologie in einfarbigen Displays vorbereiten. Anzeigen von einfachen Uhren oder MP3-Playern will man bereits ab dem kommenden Jahr ausstatten. Mehrfarbige Displays sollen spätestens ein Jahr darauf folgen. Als größten Marktvorteil gab das Unternehmen an, dass bestehende LCD-Produktionsanlagen mit sehr geringem Aufwand auf die neue Technologie umgerüstet werden können. Diese Technologie wird dann auch den Mobiltelefonen und Smartphones zu Gute kommen, da durch immer mehr Funktionen und Features wie GPS , W-LAN oder TV auf dem Handy die Energieversorgung der Endgeräte zu einem großen Problem geworden ist.

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